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Hilden
Drei Reihen "eeeeee" und Nützliches in der Schultüte

Am 5. Dezember 1966 war mein erster Schultag. 1966/67 gab es zwei Kurzschuljahre. Mit gut sechseinhalb Jahren begann der so genannte "Ernst des Lebens". Auf dem Hof der katholischen Grundschule in St. Tönis am Niederrhein waren unglaublich viele Kinder und Eltern. Dann wurden die Namen aufgerufen - und wenig später stapfte die Klasse 1a mit über 40 Jungen hinter Lehrer Helmut Thissen durch das riesig erscheinende Treppenhaus in die erste Etage des Backsteingebäudes. Die erste Schulstunde startete gleich praktisch: Alle holten ihre Schiefertafeln aus dem Ledertornister, aus dem das Schwämmchen baumelte. Und mit dem Griffel malten wir eine Reihe "eeeeeee". Die Schwungübung war auch gleich die erste Hausaufgabe - drei Reihen "eeeeeee" sollten wir schreiben. Stolz wie Oscar präsentierte ich mein Werk der Mutter - die zum Schulstart noch gönnerhaft nickte. Später - wenn sie fand, dass ich nicht schön genug geschrieben hatte - nahm sie immer mal wieder den Schwamm und tilgte die Mühe von der Tafel.

Die Schultüte - eine in Blau-Gold - gab es erst zu Hause: Gefüllt war sie mit wirklich tollen Sachen: einem schwarzen Rollkragen-Pullover mit Zopfmuster auf der Brust (immerhin stand der Winter bevor) und einer Taschenlampe aus Metall- mit drei Batterien und blauem Reflektor-Gehäuse.

(-dts)
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