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Hilden
Drei Viertel der Älteren wollen zu Hause wohnen

Hilden. Die Stadt stellt die Ergebnisse einer Umfrage unter 1156 60- bis über 80-Jährigen zu deren Lebensumständen und Wünschen vor. Von Ilka Platzek

"Seniorengerechte Quartiersentwicklung" ist der wenig griffige Titel der Veranstaltung, zu der gestern etwa 50 Mitarbeiter von Nachbarschaftszentren, aus der Stadtverwaltung, so genannte Netzwerker aus dem sozialen Bereich und interessierte Bürger ins Nachbarschaftszentrum St. Marien (Meide 2) gekommen sind. Sie wollten erfahren, was noch getan werden muss, damit alte Hildener - wie von 75 Prozent der Befragten gewünscht - möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können. Ein wichtiges Thema, denn immer mehr Hildener werden immer älter: 1975 machten die 65-Jährigen und Ältere rund 12,4 Prozent der Einwohner aus, heute sind es 24 Prozent und 2030 voraussichtlich 30 Prozent. Ein gutes Drittel von ihnen (knapp 5000) werden dann 80 Jahre und älter sein.

Um mehr über diese Bevölkerungsgruppe und deren Bedürfnisse zu erfahren, hat die Stadt beim "Institut für Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund" eine Umfrage unter den 60- bis über 80-Jährigen Hildenern im Norden der Stadt in Auftrag gegeben. 1156 Männer und Frauen, das sind mehr als 41 Prozent der Zielgruppe, haben geantwortet. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse:

Wie gesund sind die Befragten? 56 Prozent bezeichnen ihre Gesundheit als gut oder sehr gut, 36 Prozent als mittelmäßig. Bei den jüngeren Alten sagen nur 5 bis 6 Prozent "schlecht oder sehr schlecht", bei den über 80-Jährigen sind es bereits 20 Prozent.

Wie wohnen die Befragten? 35 Prozent in Mietwohnungen, 29 Prozent in Eigentumswohnungen und 32 Prozent im gemieteten Haus. Betreutes Wohnen oder Seniorenheim nennen nur wenige.

Was stört die Leute an ihrer Wohnsituation? 51 Prozent klagen über zu viele Treppen, 23 Prozent finden ihre Wohnung zu teuer, 20 Prozent finden sie zu groß.

Wie und wo wollen sie in Zukunft wohnen? 75 Prozent sagen "im eigenen Haus beziehungsweise in der eigenen Wohnung"; 30 Prozent können sich betreutes Wohnen vorstellen, 26 Prozent eine altersgerechte Privatwohnung, 15 Prozent haben "Mehrgenerationenwohnen" angekreuzt.

Was sagen die Senioren zu ihrer Wohnumgebung? Die Mehrheit - 64 Prozent - findet die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr gut; 53 Prozent können Parks und Grünanlagen gut erreichen; 47 Prozent loben ihr "ruhiges Wohnumfeld". 27 Prozent sind nicht zufrieden mit der Barrierefreiheit; 12 Prozent fühlen sich nicht sicher.

Was vermisst die Generation 60 Plus? 37 Prozent nennen einen "gemütlichen Treffpunkt"; 28 Prozent wünschen sich eine kürzere Taktung beim ÖPNV, 20 Prozent mehr kulturelle Angebote.

Wie gut informiert sind Ältere über Angebote und Einrichtungen für sie? 53 Prozent sagen "gut".

Welche Aussagen treffen zu? Fast 80 Prozent haben "keine Langeweile, mein Tag ist ausgefüllt", 63 Prozent haben Kontakte und fühlen sich nicht allein, 53 Prozent gehen "einer sinnvollen Tätigkeit nach". Allerdings sagen auch fast 15 Prozent: "Ich würde gerne mehr unternehmen, aber mir fehlt das Geld."

Die Akteure von gestern planen weitere Treffen, um die Ergebnisse in Arbeitsgruppen zu diskutieren. Das nächste ist am Dienstag, 5. Juli, 10 bis 13 Uhr, am selben Ort.

Quelle: RP
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