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Postskirptum Die Woche In Unserer Stadt
Dubai-Container - erinnern Sie sich?

Hilden. Ein undurchsichtiger Deal kostet die Hildener bisher 238.000 Euro. Wir warten auf die Einschätzung des Steuerzahlerbundes.

Ende 2015 war es, als die Stadt Hilden Wohncontainer für Flüchtlinge bestellte und vorsorglich auch schon mal bezahlte - offensichtlich ohne Bürgschaft oder andere Sicherheiten, die in der Wirtschaft üblich sind. Das ursprüngliche Angebot stammte von einer Firma mit Sitz in Dubai, Vertragspartner wurde aber eine Tochtergesellschaft, die sich dann umbenannte und sich schon davor von der Mutterfirma distanzierte. Nach deren Angaben ging der Auftrag weiter an eine andere Sub-Firma, die sich - Zitat: als "Mafia-Ableger" herausstellte. Eine Anzeige wäre längst fällig.

Die Stadt hat ein Insolvenzverfahren einleiten lassen. Das soll Mitte des Jahres abgeschlossen werden. Die Quote für die Stadt wird wahrscheinlich sehr klein sein. Schaden für Hilden: rund 238.000 Euro. Das wurde in dieser Woche deutlich. Möglich, dass es Pech war und Hilden in einer Reihe zu nennen ist mit Hamburg und anderen Städten in Schleswig-Holstein, die auf die betrügerische Masche ebenfalls hereingefallen sein sollen. Was zu beweisen wäre - denn hinter diesen Vorgang einfach einen Haken zu machen, dafür ist die Summe zu hoch. Hier muss Transparenz eingefordert werden: Wessen Name steht unter dem Vertrag mit der Firma? Warum wurde auf Sicherheiten verzichtet? Wie kann das sein? Es wäre auch wünschenswert, wenn sich die im Rat vertretenen Fraktionen überhaupt einmal dazu äußern würden, was in zwei Jahren nicht passiert ist. Warum nicht?

Ein Hildener Bürger hat vor einiger Zeit den Steuerzahlerbund informiert und um Prüfung gebeten. Wir haben ihn, in dem Fall eine Mitarbeiterin, die mit dem Fall betraut sei soll, um eine Stellungnahme gebeten und erwarten diese bis Anfang nächster Woche. Zuständig in Hilden ist die örtliche Rechnungsprüfung. Inzwischen hat Landrat Thomas Hendele die Hildener Verwaltungsspitze in Schutz genommen. Aus heutiger Sicht sei sicher einiges aus 2015 zu bereuen, "doch damals war handeln das Gebot der Stunde". Ihn würde interessieren, wie der Steuerzahlerbund wohl agiert hätte.

goekcen.stenzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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