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Auf Ein Wort Hanno Nell
Dunkel und Licht nach den Anschlägen

Hilden. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Die Redensart aus der Bibel (Hosea 8,7) kam mir angesichts des islamistischen Terrors in der Stadt der Liebe in den Sinn. Natürlich haben die westlichen Staaten mehr als Wind gesät, als sie die Menschen in den Kolonien gelinde gesagt schlecht behandelten und dann auch die Menschen aus den Kolonien - in den Vororten von Paris etwa. Als in den 1950er Jahren aus britischen und US-amerikanischen Öl-Interessen die erste demokratisch gewählte Regierung im Iran gestürzt oder später der Irak zweimal mit Krieg überzogen wurde.

Islamisten wurden mächtig und stürmten nun Cafés, Restaurants und einen Konzertsaal. Manuel Neuer und Jogi Löw haben überlebt, Opfer wurden nicht zuletzt Rollstuhlfahrer und flüchtende Mädchen, die Kugeln in den Rücken bekamen. So unglaublich wie die Christenverfolgung im Nahen Osten. So unglaublich wie das Verbrennen von Kirchen voller Frauen und Kinder durch deutsche Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg in Osteuropa.

Dietrich Bonhoeffer dichtete damals in "Von guten Mächten": "Noch will das Alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsren aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast... Laß warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht."

Mögen uns die Kerzen am Ewigkeitssonntag und in der kommenden Adventszeit Hoffnung schenken und nach jedem Sturm wieder angezündet werden. Möge Sigmar Gabriel Recht behalten mit seinen Worten: "Stärker als alles andere sind am Ende Freiheit, Menschenwürde und Nächstenliebe."

Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind, sagt ein anderer Prophet in der Bibel (Jesaja 8,23), so wie auch der Trauer tragende Eiffelturm bald in neuem Glanz erstrahlte.

Quelle: RP
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