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Hilden
Ehepaar Weiß: Aus Freundschaft wurde wahre Liebe

Hilden: Ehepaar Weiß: Aus Freundschaft wurde wahre Liebe
Gerda und Manfred Weiß auf dem heimischen Sofa. Sie sind gespannt darauf, womit ihre Kinder sie bei der Feier morgen überraschen. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Die Hildener haben sich heute vor sechzig Jahren das Jawort gegeben. Seitdem wissen sie: Wir gehören zusammen.

Gerda Weiß hat sich richtig schick gemacht. "Unsere Tochter Klaudia wollte das so", erklärt die 82-Jährige fast ein wenig entschuldigend, als sie die Tür öffnet. "Sie hat gesagt, wenn ihr schon in die Zeitung kommt, dann müsst ihr auch besonders toll aussehen."

Das blaue Kleid steht der Seniorin hervorragend, harmoniert wunderbar mit ihren weißen Haaren und dem schlichten Schmuck. Auch Gatte Manfred hat die Alltagskleidung abgelegt und sich Hemd und Krawatte angezogen. "Auf ein Jackett verzichte ich aber", sagt er und schaut fragend seine Frau an. Sie lacht und streichelt ihm über die Hand. Nur eine kleine Geste, die aber wiedergibt, was ihren Umgang miteinander ausmacht: Diese zwei Menschen gehören zusammen.

"Ich hab das sofort gewusst bei unserem ersten Treffen 1955. Das wird meine spätere Ehefrau", erinnert Manfred Weiß. Bei Gerda Weiß dauerte es ein wenig länger, bis der Funke übersprang, ganze 15 Monate. In dieser Zeit ging Manfred bei Gerdas Familie zwar bereits ein und aus, aber nur als Freund. "Ich hatte keinerlei Gedanken in Richtung Liebe, und als er mich nach einem Jahr Kameradschaft fragte, ob wir uns nicht verloben sollen, dachte ich, ich höre nicht richtig",erzählt die gebürtige Düsseldorferin und lacht, "dann aber kamen plötzlich auch in mir diese Gefühle hoch."

Am 29.6. 1957 heiratete das Paar, Tochter Klaudia wurde 1960, Tochter Debora 1963 geboren. Nicht nur die Geburten ihrer Kinder vertieften die innige Liebe der beiden zueinander. Auch ihr gemeinsamer Glaube, ihr großes Engagement in der Ecclesia-Gemeinde, verbindet das glückliche Ehepaar von je her auf besondere Weise. "Der Glaube, die Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Mitgefühl - all diese Dinge sind für uns selbstverständlich." 1977 entschied sich der gelernte Monteur Manfred für einen besonderen Schritt. Er kündigte seinen sicheren Arbeitsplatz, um sich auf Gemeindedienste konzentrieren zu können - um die Predigten, Seelsorge, Organisatorisches. "Ich bin bis heute meiner Gerda so dankbar, dass sie mich diesen Schritt machen ließ", sagt der 82-Jährige und blickt seine Frau verliebt an. Ein Leben in der Fürsorge für andere - Gerda und Manfred Weiß sind sich einig: Es gibt nur diesen einen sinnvollen Lebensweg. "Wer nichts sät, erntet nichts", sagt sie, ihr Mann ergänzt: "Wir sehen ja, was wir alles zurückbekommen. Vor allem von unseren Kindern und Enkelkindern."

Sie seien eine große, sehr glückliche Familie. "Wir haben unsere Kinder mit Partnern und sechs Enkel, auf die wir uns verlassen können", schwärmt Gerda Weiß, "letztens hatte ich einen Beckenbruch. Sie haben sich täglich abgewechselt mit unserer Versorgung. Und jetzt planen sie alle unsere Feier am Freitag zur Diamantenen Hochzeit. Wir sind so gespannt, was passiert."

(dani)
 
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