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Hilden/Neviges
Ein aufregend-schönes Konzerterlebnis

Hilden/Neviges. Der Oratorienchor Hilden sang mit anderen Chören im Marien-Dom zu Neviges. Von Gundel Seibel

Ein Dom als Konzertsaal - für den Oratorienchor Hilden immer wieder ein Erlebnis der Sonderklasse, aufregend und schön. Zusammen mit vier anderen Chören sang der Oratorienchor als Höhepunkt des Musica Sacra-Konzerts Gabriel Fauré's Requiem, eine zuweilen engelsgleiche Musik, die verzauberte und zugleich beschwingte. Für den ersten Teil des festlichen Musikabends hatte Dirigent und Leiter Franz Lamprecht Georg Friedrich Händels "Dettinger Te Deum" in der Instrumentierung von Felix Mendelssohn-Bartholdy ausgewählt.

Händel hat diese barocke Festmusik zum Sieg von Dettingen (nahe Aschaffenburg) komponiert . Tatsächlich wirkten 96 Sängerinnen und Sänger des Oratorienchors Hilden bei diesem Konzert mit - das ist mehr als die Hälfte aller Sänger. Auch die anderen Chorsänger stammen aus renommierten Chören, die alle von Franz Lamprecht geleitet werden. Es sind der Symphonische Chor Wuppertal, der Chor der Landesregierung Düsseldorf und der Kammerchor Düsseldorf-Urdenbach.

Auch die im Nevigeser Dom begleitende Rumänische Staatsphilharmonie "Dinu Lipatti" Satu Mare steht unter dem bewährten Dirigat von Franz Lambrecht. "Insgesamt fünfmal haben die Chöre miteinander geprobt", sagt Oratorienchor Vorsitzende Jutta Cromme. Vorher waren die Partituren in jedem Chor separat einstudiert worden. "Leider können wir die anderen Stimmen in diesem gewaltigen Dom nicht verstehen", erklärt Jutta Cromme. "Das liegt an der besonderen Akustik", fügt sie hinzu.

Die Einheit der Musik jedoch war der Eindruck der Zuhörer. "Wir hatten alle das Gefühl, dass es wunderbar geklappt hat", sagte die Oratorienchor-Vorsitzende. Vier Solisten rundeten die festliche Musik ab: Katharina Leyhe, Sopran, Angela Froemer, Alt, Erwin Feith, Tenor und Thomas Laske, Bass, wobei besonders die klare Sopranstimme wie geschaffen schien für die Akustik des Hallendoms aus Beton. Chor- und Orchesterleiter Franz Lambrecht erklärte vor der Aufführung des Fauré-Requiems, dass dieses Werk eigentlich Orgel-Musik einschließe.

Er habe sich jedoch entschieden, lediglich das Orchester spielen zu lassen. Das Ergebnis: Nichts fehlte, alles passte. Die Musik wurde bravourös interpretiert. Die Konzert-Besucher würdigten Musik und Vortrag mit lang anhaltendem Applaus. Die Hildener Oratorienchor-Fans waren in zwei vom Chor organisierten Bussen angereist. Im Gepäck hatten manche wärmende Decken, denn Sänger und Zuschauer wissen längst, dass es im riesigen Dom kalt ist, obwohl auch geheizt wird.

Zum besonderen Charakter des Mariendoms von Neviges, in dem an diesem Abend dezentes Kerzenlicht leuchtete, gehört, dass die Konzertbesucher von den Franziskaner-Hausherren begrüßt werden. Leider war Pfarrer Bruder Frank Krampf im hinteren Teil der riesigen Kirche kaum zu verstehen.

Quelle: RP
 
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