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Hilden
Einbrecher nehmen Hilden ins Visier

So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern
So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern FOTO: dpa, Robert Schlesinger
Hilden. In den vergangenen neun Monaten wurden bereits 119 Wohnungen aufgebrochen - so viele wie im ganzen Jahr 2014. Von Christoph Schmidt

Die aktuelle Zahl der Wohnungseinbrüche in Hilden ist bei der Polizei Verschlusssache. Sie vorzustellen, ist das Privileg von Landrat Thomas Hendele, Chef der Kreispolizeibehörde. Das geschieht traditionell im März des Folgejahres. Die RP hat jetzt einfach mal die Polizeimeldungen von Januar bis Ende September ausgewertet. Das Ergebnis ist erschreckend: In den ersten neun Monaten dieses Jahres berichtete die Polizei von 119 Einbrüchen in Hilden. Das sind nahezu genauso viele Einbrüche wie im ganzen vorigen Jahr (118). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Polizei vermutlich nicht jeden Einbruch gemeldet hat.

Schieben Sie Einbrechern den Riegel vor FOTO: GDV, gms

Mit anderen Worten: Einbrecher haben Hilden ins Visier genommen. Ab April ist die Zahl der veröffentlichten Einbrüche in Hilden nach oben geschnellt: April 12, Mai 17, Juni 22, Juli 20, August 17. Und dabei hat die bei den Dieben so beliebte "dunkle Jahreszeit" gerade erst begonnen. November, Dezember und Januar sind die Monate mit den meisten Einbrüchen, hat das Landeskriminalamt festgestellt.

Die Zahl der Einbrüche wird also weiter steigen. Das sieht auch Kriminaldirektor Johannes Hermanns so: "Wir haben in Hilden fast 70 Prozent mehr Einbrüche (113 bis August) im Vergleich zum Vorjahr, im Kreis + 40 Prozent. Hilden und Ratingen sind überproportional besonders betroffen. Die Einbruchszahlen steigen landesweit." Woran liegt das? "Wir werden von Diebesbanden aus Südosteuropa überrollt", sagt der Kriminaldirektor: "Im vergangenen Jahr waren andere Bundesländer betroffen. Jetzt ist Nordrhein-Westfalen dran."

Die Polizei könne auch Erfolge verzeichnen: "In diesem Jahr konnten wir im Kreis Mettmann 20 Mal Einbrecher noch am Tatort festnehmen." Was können die Bürger angesichts dieser Lawine von Einbrüchen tun? Einiges, meint Hermanns. Er hat eine Zahl parat, die aufhorchen lässt: "In den ersten sechs Monaten blieben 43 Prozent aller Einbrüche im Versuch stecken, 2013 waren es 39 Prozent." Viele Bürger haben die Türen und Fenster ihrer Wohnungen offenbar technisch besser gesichert. Der Kriminaldirektor führt das auch auf verstärkte Aufklärungsarbeit zurück.

Die Beamten der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in der Polizeiwache Hilden (Telefon 02104 982-7500) bieten ihren kostenfreien Rat jedem Einbruchsopfer an, erläutert deren Leiter Uwe Kohfeldt: "Wir kommen auf Wunsch auch in die Wohnung." Das werde "gleichbleibend", aber offenbar nicht von jedem angenommen, deutet er an. Die Polizisten kennen die Kniffe der Einbrecher ganz genau. Und sie informieren neutral über Sicherungstechnik und über zertifizierte Firmen, die sie sachgerecht einbauen.

Wer die Dienste der Beratungsstelle in Anspruch nehmen will, sollte sich sputen. "Ab 19. Oktober werden die Termine knapp", weiß Kohfeldt. Wer sich ganz auf die Schnelle informieren möchte:

Auf Einladung der Volkshochschule informieren die Polizisten am Donnerstag, 15. Oktober, um 18.30 Uhr im Weiterbildungszentrum "Altes Helmholtz" (Gerresheimer Straße 20) in Hilden über den Schutz vor Einbrechern. Eintritt frei, die VHS bittet aber um telefonische Anmeldung unter Telefon 02103 500530 oder www.vhs-hilden-haan.de.

Quelle: RP
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