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Hilden
Eine glückliche Ehe duldet keinen Stillstand

Hilden. Doris und Hans Glaser haben vor wenigen Tagen ihre Diamantene Hochzeit gefeiert.

Wer Doris und Hans Glaser erlebt, spürt sofort: Dieses Ehepaar harmoniert miteinander, der Umgang ist zugewandt und aufmerksam. "Sie war meine große Liebe und das ist sie bis heute geblieben", schwärmt Hans Glaser über seine Frau. 1950 haben sich beide kennengelernt, bei einer Radtour in Braubach bei Koblenz. "Wir haben uns unterhalten und uns zwischendurch tief in die Augen geschaut und da ist der Blitz eingeschlagen", erinnert sich der 88-Jährige. Doris Glaser ergänzt lachend: "Er trug eine Lederhose und ein kariertes Hemd, das wir aufbewahrt haben, es hängt immer noch im Schrank".

Zwei beruflich bedingte Jahre in Hamburg trennten den verliebten Kaufmann von seiner Angebeteten, der Kontakt aber blieb immer bestehen. "Ich habe ihm immer dienstags einen Brief geschrieben und er hat jeden Sonntag zurückgeschrieben", weiß die 84-Jährige auch nach langer Zeit noch ganz genau. 1955 wechselte Hans Glaser zur bergischen Stahlwarenfabrik in Solingen, holte seine Doris endlich zu sich, 1956 folgte die Hochzeit.

Drei Kinder wurden geboren, ein Haus im Hildener Osten gebaut. "Das war die klassische Rollenverteilung und mein Mann hatte zu Beginn unserer Ehe auch immer das Sagen. Aber wir haben uns weiterentwickelt, es entstand immer mehr Gleichberechtigung zwischen uns und wir haben uns gegenseitig immer sehr ernst genommen, haben die Anliegen des anderen nie belächelt", beschreibt Doris Glaser den Umgang miteinander. "Treue und Respekt. Das ist das Wichtigste. Und miteinander reden. Wir haben immer viel geredet, wir hatten uns immer etwas zu sagen und das ist bis heute so", antwortet der Senior auf die Frage nach dem Rezept für eine solch lange und glückliche Ehe.

Seine Frau ist außerdem sicher: "Eine große Rolle dabei spielen auch unsere wunderbaren Kinder und unsere sechs Enkel, überhaupt die Familie. Und wir hatten viele gemeinsame Interessen, wie die Ahnenforschung und das Reisen".

Seit einigen Jahren muss das Ehepaar auf vieles verzichten, bedingt durch eine schwere Augenkrankheit hat Hans Glaser nur noch eine Sehkraft von etwa fünf Prozent. "Ich lese ihm jeden Morgen die Artikel in der Zeitung vor, die ihn interessieren´, und abends helfe ich ihm im Bad, sich für die Nacht fertig zu machen. Dann bekommt er danach immer sein Gutenachtküsschen". Liebevolle Rituale, die genau das verkörpern, was Hans Glaser so wunderbar in Worte packt: "Wir sind wie Puzzleteile. Wie gehören einfach zusammen."

(dani)
 
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