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Kreis Mettmann
Eine Schlange ist sie nur auf der Bühne

Kreis Mettmann. Susann Sinnemann ist eine der Dschungelbuch-Darstellerinnen am Blauen See - ein echtes künstlerisches Multitalent. Von Karl Ritter

Einen anderen Beruf als Schauspielerin? "Nein, für mich stand schon in der ersten Klasse fest, dass ich Schauspielerin werden sollte", sagt Susann Sinnemann. Zum zweiten Mal steht sie für Theater Concept auf der Naturbühne, spielt in der aktuellen Dschungelbuch-Inszenierung unter anderem die Schlange Kaa. "Insgesamt 17 Meter lang ist das Kostüm", erzählt sie lachend: "Da musste ich am Anfang wirklich viel üben, um damit zurecht zu kommen." Da bekommt das, was sie an ihrem Beruf so liebt, gleich eine nahezu wörtliche Bedeutung: "Das Tolle an der Schauspielerei ist, auf der Bühne eine ganz andere Person zu sein, sich in einen anderen Charakter zu verwandeln und den mit Leben zu füllen."

Dabei ist die gebürtige Hallenserin nicht bloß Schauspielerin - künstlerisches Multitalent trifft es da wohl eher: "Seit ich sieben bin, habe ich Tanzunterricht, arbeite mittlerweile auch als Lehrerin." Und auch eine Gesangsausbildung hat sie. Alles Talente, die sie auf der Naturbühne umsetzen kann: "Es macht sehr viel Spaß, hier zu spielen, weil das Ensemble einfach klasse ist." Und ernst fügt sie hinzu: "Das ist nicht überall so. Leider gibt es in der Schauspielerei genau die gleichen Konflikte wie in allen anderen Berufen auch." Dass das auf der Naturbühne nicht so ist, bestätigt auch Kollegin Hannah Rühl: "Susann und ich spielen zum Beispiel vor den Aufführungen gerne zusammen zur Entspannung Memory."

Welche Rolle Sinnemann auch spielt, ihre Herangehensweise an die Figur ist oft ähnlich: "Ich versuche, in jeder Figur etwas zu finden, was sie besonders macht." Dass es dabei nicht immer einfach ist, eine Rolle mit Leben zu füllen, die so gar nicht dem eigenen Ich entspricht, weiß die 25-Jährige genau: "Das ist dann ein bisschen wie Laufen lernen." Dabei kann es durchaus passieren, dass sie auch in solch einer Rolle etwas von sich preisgibt: "Die Bühne ist so etwas wie ein geschützter Raum. Da kann ich einer Figur auch mal Anteile von mir geben, die ich im realen Leben nie nach außen zeigen würde." Umso wichtiger ist es, Rolle und Privatperson zu trennen: "Letztlich ist es immer noch nur ein Beruf, auch wenn es zugegeben für mich die wohl angenehmste Art ist, meinen Lebensunterhalt zu verdienen."

Wer meint, dass Schauspieler grundsätzlich extrovertierte Menschen seien, der irrt. Ein Vorurteil, das Sinnemann nicht zum ersten Mal hört: "Das denken viele. Aber ich bin zum Beispiel niemand, der in der Bahn einfach Leute ansprechen würde." Aber wer fast sein ganzes Leben auf der Bühne steht, der lernt das: "Als Kind war ich eher eine graue Maus." Das ist lange her. Geblieben ist aber ein Wunsch, den schon die junge Susann als Schauspielerin hatte: "Ich liebe es, Rollen zu spielen, die man mir so nicht zutraut vom Erscheinungsbild und vom Wesen. Das Böse auf der Bühne darzustellen, ist ein großer Reiz." Auf der Naturbühne muss sie das nicht umsetzen, auch wenn Kaa ihre betörenden Blicke einsetzt.

Wohin sie der berufliche Weg führt, weiß sie nicht - Theater, Film oder wieder Musical, in diesem Beruf ist alles möglich: "Weiter bringt einen letztlich alles", sagt sie und fügt hinzu: "Leben ist Lernen."

Bis zum 11. Oktober ist das Dschungelbuch samstags und sonntags um 15.30 Uhr auf der Naturbühne zu sehen. Karten kosten für Kinder zwölf, für Erwachsene 14 Euro. Es gibt Ermäßigungen - mehr dazu im Internet unter der Adresse www.naturbuehneratingen.de. Die Naturbühne hat einen Parkplatz. Adresse: Zum Blauen See 20, 40878 Ratingen. Von dort aus sind zwei Wege von 500 bis 800 Metern Länge ausgeschildert.

Quelle: RP
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