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Hilden
Elektroautos tanken Strom in Hilden auf

Hilden. Die "Wave 2016" - größte E-Mobil-Rallye der Welt - machte Station am Mühlenbachweg. Bäckerei Schüren ist mit einem Team dabei. Von Ralf Geraedts

Roland Schüren trug alle Starkstromkabel zusammen, derer er habhaft werden konnte. Denn fast 30 Elektroautos gleichzeitig laden zu können, erforderte doch ein gewisses Improvisieren. Im Ladepark Kreuz Hilden, vor dem Hauptsitz des innovativen Bäckers tankte ein Gutteil der 70 Teams Strom auf für die letzte Teiletappe zum Tagesziel Heinsberg. Die "Wave 2016", die größte E-Mobil-Rallye der Welt, machte Sonntagabend Station am Mühlenbachweg. Ein Blick auf die Leistungsanzeige der Photovoltaik-Anlage zeigte einen Wert von rund 30 Kilowatt. "Das reicht nicht für alle Autos", merkte Roland Schüren an. So füllte nicht allein Solarstrom die Batteriespeicher der Autos, sondern auch Ökostrom aus dem normalen Netz.

Gestartet am Samstag in Bremerhaven soll am kommenden Samstag der Genfer See erreicht und eine Strecke von 1800 Kilometer bewältigt sein. Mit im Tross ist auch ein Elektro-Sprinter von Bäcker Schüren. Beladen ist das grüne Fahrzeug mit einigen tausend Klimakarten, die Schüler aus ganz Europa (260 davon aus Hilden) gestaltet haben. "Wave" steht im übrigen für World Advanced Vehicle Expedition. Dass auch durchaus betagte Fahrzeuge zu den fortschrittlichen gehören können, war an der Ladestation zu sehen. Denn da lud eine auf Elektroantrieb umgerüstete "Ente" (Citroen 2CV) ebenso ihre Akkus wie ein Saab-Modell, das sein Besitzer selbst umgebaut hatte. Ein Blickfang auf dem Schürenhof war ein orangefarbener VW-Bus, Typ 2, den Schüren gerade mit Elektromotor, Elektronik und einer Akku-Palette bei Classic eCars in Hilden hat ausrüsten lassen. Das früher zum Ausliefern genutzte Fahrzeug hatte gerade seine Jungfernfahrt hinter sich und soll demnächst im Firmenverkehr eingesetzt werden.

Die größte E-Mobil-Rallye sorgte für ein Stück Tourismus. Aus Bochum war Ulrich Susewind mit seinem Elektro-Motorrad gekommen. Und Andreas Zitz hatte sich mit seinem Nissan Leaf auf den Weg gemacht. "Ich wollte schon immer mal zum Ladepark nach Hilden kommen", erzählte Zitz. Doch mit seinem vorherigen Elektromobil hätte er von Essen aus zweimal aufladen müssen - und das war ihm für einen Ausflug dann doch zu kompliziert. Zitz merkt aber an, die verbreitete Reichweitenangst sei unbegründet. "Überall gibt es Strom und Navis führen heute unkompliziert zur nächsten Lademöglichkeit."

Beide Männer waren begeistert von der großen Solaranlage auf dem Dach der Ladestation und vom Angebot der Ladestellen. "Ich arbeite in Dortmund in einem recht jungen Hochhaus, zusammen mit rund 1000 anderen. Die nächste Ladesäule ist aber zwei Kilometer weg. Das hier ist einfach vorbildlich", fand Ulrich Susewind.

Während des Aufladens fachsimpelten die Elektro-Mobilisten. Oder probierten, auf einrädrigen Scootern zu fahren. Interessiert verfolgten sie auch eine andere Variante der modernen Technik: Schüler der Roboter-Gruppe am Haaner Gymnasium - Bohlebots - ließen auf einem Spielfeld zwei Roboter gegeneinander Fußball spielen.

Quelle: RP
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