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Hilden
Erfolgsprojekt Leihgroßeltern geht weiter

Hilden: Erfolgsprojekt Leihgroßeltern geht weiter
(Fast) eine Familie: Dominic und Laura Schwarz (links und rechts) mit den Kindern Mayla und Lennox sowie Leihgroßmutter Marilen Hurtz. "Bei uns passt es", sagen sie. FOTO: Ralph Matzerath
Hilden. Acht Leihomas und ein -opa sind in Hilden im Einsatz. Sie fühlen sich wohl in ihrer Rolle. Stadt und Awo suchen. Von Gökçen Stenzel

Die Kinder von Dominic und Laura Schwarz haben keine leiblichen Großeltern mehr: Der sechsjährige Lennox und seine zweijährige Schwester Mayla vermissten aber eine Oma - und Mutter Laura konnte Unterstützung gut gebrauchen. Über die Vermittlung der Stadt fand die Hildener Familie schließlich Marilen Hurtz, die sich von Anfang an wohlfühlte bei Eltern und Kindern. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Die 59-jährige Marilen Hurtz gehört zu den neun Leihgroßeltern, die seit dem vergangenen Jahr in einem Kursus bei der Volkshochschule ausgebildet und begleitet wurden. Stadt und Arbeiterwohlfahrt haben das Projekt damals auf den Weg gebracht und gestern eine Zwischenbilanz gezogen: "Wir haben mindestens noch zehn Familien, die sich für eine Leihgroßmutter interessieren", sagt Heike Cremerius von der Awo. "Die Anfragen kommen auch aus Nachbarstädten, die Nachfrage ist groß." Um sie zu decken, suchen Cremerius und Martina Kürten von der Stadt weitere ältere Hildener, die gerne Zeit mit Kindern und jungen Familien verbringen möchten. Eine Vergütung gibt es nicht, Kosten (etwa für den Vorbereitungskursus) fallen aber auch nicht an.

Neu ist das Konzept "Leihgroßeltern" nicht. Vor Jahren in Düsseldorf eingeführt, haben inzwischen auch Langenfeld und Solingen ein solches Angebot. "Es passt in die Zeit", findet Ulrich Brakemeier vom Jugendamt. "Einerseits leben nicht mehr alle Familienmitglieder zusammen in einer Stadt oder gar in einem Haushalt. Andererseits sehnen sich Ältere nach jungem Leben." So wie Marilen Hurtz und die beiden anderen Leihgroßmütter Dorica Celinec (76) und Heidi Nixdorf (68), die Kinder zwischen zwei und zehn Jahren einmal in der Woche betreuen. "Im nächsten Jahr wird die Mutter der Kinder wieder arbeiten gehen", berichtet Heidi Nixdorf. "Wir haben bereits vereinbart, dass ich dann hin und wieder die Kinder von der Schule abhole - das ist kein Problem für mich." Die eigenen Enkel sind inzwischen schon fast erwachsen, berichtet Dorica Celinec, "die haben nicht mehr so viel Interesse an der Großmutter". Ein Ende der Zusammenarbeit mit "ihren" Familien sehen die drei Damen nicht. Es mache doch Spaß, die Fortschritte der Kinder zu beobachten, "und ich will ja nicht gerade dann wieder weg sein, wenn sie sich an mich gewöhnt haben", erzählt Nixdorf. Wie viel Zeit und Engagement jeder Einzelne allerdings in seine Leihgroßelternschaft steckt, ist Sache der Vereinbarung. "Es muss schon passen", sagt Martina Kürten. "Darauf achten wir bei der Begleitung schon."

Bei Marilen Hurtz und Familie Schwarz passte es jedenfalls von Anfang an. "Die Kinder sagen Oma zu ihr", berichtet Mutter Laura, "obwohl wir uns eigentlich auf die Nennung beim Namen verständigt hatten." Inzwischen sei "Oma" allerdings selbstverständlich.

Quelle: RP
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