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Hilden
Erholung am Elbsee

Düsseldorf. Beim gutem Wetter pilgern Schwimmer und Sonnenhungrige, Jugendliche und ältere Menschen an die Ufer im Naturschutzgebiet. Das ist nicht nur verboten, sondern zudem nicht ungefährlich. Von Sonja Schmidt

Es ist Wochenende und es ist warm. Am Ufer des Elbsees plantschen zwei kleine Kinder im seichten Wasser. Die jungen Eltern liegen knapp bekleidet auf einer Decke und warten darauf, dass das Fleisch auf dem Tischgrill gar wird. Dass der Elbsee ausgewiesenes Naturschutzgebiet ist und somit Schwimmen, Grillen und Feiern dort verboten sind, stört das Pärchen nicht. "Für die Kinder ist es einfach schön hier. Wir sind Hildener, aber von dem Verbot wussten wir bis gerade nichts. Wir selbst waren hier schon mit unseren eigenen Eltern schwimmen”, erklärt die Frau.

Nebenan lässt es sich eine Gruppe Jugendlicher gut gehen. Sie haben Musik mitgebracht und unterhalten sich lautstark. Wieder ein Stück weiter hat ein Vater sein Badehandtuch auf dem schmalen Sandstreifen ausgelegt. Die kleine Tochter steht bis zu den Knien im Wasser. "Ich finde es schlimm, dass Schwimmen hier verboten ist. Ich komme vier Mal die Woche von Mai bis Oktober von Eller mit dem Fahrrad hierher. Ich schwimme 20 Minuten und bin wieder weg. Das klare Wasser ist wunderschön”, schwärmt der Düsseldorfer.

Ein älterer Mann schließt sich an. "Ich schwimme hier auch von April bis Oktober. Ich wohne in Garath. Bei gutem Wetter gut komme ich mit dem Fahrrad und das seit drei Jahren. Das Verbot ist Unsinn und pure Bürokratie”, so der 74-Jährige. Und fügt hinzu: "Ich schade der Natur doch nicht. Ich mache kein Feuer und breche auch keinen Zweig ab. Außerdem ist der Mensch auch ein Geschöpf der Natur”.   Für zwei junge Männer aus Wuppertal bedeutet der Elbsee pure Entspannung. "Wir haben in Wuppertal nichts Vergleichbares. Nur der Müll, den die Leute hier liegen lassen, stört”, erklären sie.

Müll und vor allem Vandalismus sind auch Klaus Henrich ein Dorn im Auge. Der Hildener ist Vorsitzender des Wassersportzentrums Elbsee, ein Zusammenschluss des Kanuclubs Hilden, der DLRG, der Hildener Windsurfer und der Segler-Gemeinschaft Hilden. "Wir haben die Stadt Düsseldorf, zu deren Gebiet der Elbsee gehört, informiert, doch dort zuckt man mit den Schultern. Der See ist einfach zu groß, um ihn vollständig zu kontrollieren”, berichtet Henrich.

Die sportlichen Aktivitäten der Vereine seien bisher von den "Wildschwimmern” nicht beeinträchtigt worden und er sei froh, dass die Clubhäuser noch nicht beschädigt worden seien, so der Vorsitzende. Er denkt vor allem über die Haftung nach. "Wer ist denn zuständig, wenn Schwimmern hier was passiert? Die hiesige DLRG sagt, ihre Aufgabe ist die Wasserrettung, aber sie darf nicht aktiv werden, weil sie nicht beauftragt ist”, erklärt Henrich. Ihn ärgert zudem, dass die Vereine ihre Auflagen im Sinne des Naturschutzes erfüllen und viele Besucher sich nicht daran halten.

Quelle: RP
 
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