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Hilden
Expertin in einem stahlharten Geschäft

Hilden. Nina Härtel ist Mitglied der Inhaberfamilie der Firma Böllinghaus Steel. Wichtig ist ihr vor allem das Team. Von Daniele Funke

Das Familienunternehmen Böllinghaus Steel mit Vertriebssitz in Hilden beliefert weltweit Kunden mit portugiesischem Edelstahl. Als Tochter des derzeitigen Inhabers Hartwig Härtel ist Nina Härtel somit in eine regelrechte Männerdomäne hineingeboren worden. Die heute Dreißigjährige stört das nicht, im Gegenteil. Sie steht als Leiterin des Ressorts Marketing im väterlichen Betrieb durchaus erfolgreich ihren Mann.

Ein passenderer Standort für ein erfolgreiches Unternehmen, das hochwertigen portugiesischen Edelstahl in alle Welt vertreibt, ist kaum denkbar. Mitten im Gewerbepark Süd an der Hofstraße hat sich Böllinghaus Steel 2012 niedergelassen. Das alte Fabrikgebäude wurde hochwertig saniert, im Kern jedoch erhalten. Original erhaltene Stahlkonstruktionen geben den hohen Räumlichkeiten Loftcharakter, indirekte Beleuchtung. Die abgetrennten Räume sind durch die großen Fenster lichtdurchflutet. Ein 127-jähriges Traditionsunternehmen, das alles andere als verstaubt herüberkommt: zeitgemäß puristisch, hochwertig, modern.

Nina Härtel passt perfekt zu diesem Ambiente: 30 Jahre ist sie erst und doch schon mit der souveränen Aura einer selbstbewussten Geschäftsfrau ausgestattet, die trotz allem Erfolgs nicht abgehoben ist. "Ich bin ein absoluter Teamplayer, ich versuche mit den Mitarbeitern auf einer Ebene zu stehen, wir alle sind Teil des Erfolgs unseres Unternehmens", erklärt Nina Härtel ihren Führungsstil und fügt lächelnd hinzu: "Wir sind zwar ein relativ junges Team, aber einige der Mitarbeiter kennen mich noch, als ich ein kleines Mädchen war." Das Unternehmen Böllinghaus Steel hat 2012 seinen Vertriebssitz von Remscheid nach Hilden verlegt. Schon als Kind reiste Nina Härtel mit ihren Eltern regelmäßig nach Portugal in die Werkshallen. "Dieser Geruch eines Stahlwerks gemischt mit Meeresluft, das löst bei mir Heimatgefühle aus", schwärmt die junge Geschäftsfrau, die nach der Schule bereits klare Berufsvorstellungen hatte. "Den Gedanken, im Familienbetrieb zu arbeiten hatte ich nie. Gott sei Dank haben meine Eltern mich auch nie beeinflusst. Nein, ich wollte Hotelfachfrau werden."

Nach einer Ausbildung in einem Düsseldorfer Nobelhotel folgte der Betriebswirt, anschließend drei Jahre in einer PR Agentur, dann der erste Schritt ins väterliche Unternehmen. "Ich habe schön während meiner Hotelzeit gemerkt, dass mich der Bereich Marketing besonders reizt und irgendwann kam der Gedanke, mich vielleicht doch mal im Familienbetrieb zu entfalten, zumal es zu der Zeit dort keine professionelle Marketingmitarbeiter gab."

Was aber, wenn sich die gute Vater-Tochter Beziehung nicht auf die berufliche Ebene übertragen ließe? Beiden, Nina und Hartwig Härtel, war damals, 2012, klar: Wir probieren es, aber nicht um jeden Preis. "Wir sind zum Beispiel in unserem Führungsstil sehr verschieden. Letztlich aber haben wir gemerkt, dass es wunderbar klappt, mein Vater lässt mir die Freiheiten, die ich brauche und respektiert mich in meinem Können." Eine Einschätzung, die Hartwig Härtel bestätigen kann. "Natürlich, sie kennt sich mit dem Produkt Stahl als solches nicht so aus, hat nicht das technische Verständnis wie manch einer in der Produktion, aber das braucht sie ja auch nicht, ansonsten macht sie ihren Bereich wirklich richtig gut."

Regelmäßig fliegt Nina Härtel nach Portugal, besucht dort das Werk. Ansonsten arbeitet die junge Marketingexpertin daran, die Beziehungen zu dem eh schon starken USA Absatzmarkt weiter auszubauen. Auch Asien liegt stark im Visier der erfolgreichen Geschäftsfrau. Und auch vor Ort liegt ihr die Öffentlichkeitsarbeit am Herzen. "Wir sponsern erstmalig die Hildener Jazztage, darauf freue ich mich übrigens sehr."

Ansonsten liebt die 30-Jährige Abende mit Freunden, liest gerne, kocht mit Leidenschaft und ist glücklich liiert. Irgendwann steht auch die Kinderplanung an, das, so sagt sie, habe aber noch Zeit. Bis dahin genießt Nina Härtel ihren Freiraum. "Ich reise wahnsinnig gerne, demnächst möchte ich unbedingt mal nach Stockholm."

Quelle: RP
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