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Auf Ein Wort Robert Eiteneuer
Feiertage, Ferien, Urlaub

Hilden. Es ist Sommer. Die Sonne scheint. Es ist heiß. Jetzt müsste man frei haben. Schul- und arbeitsfreie Tage laden zur körperlichen Erholung und zur seelischen Erbauung ein. Und ich hoffe, dass Sie in der nächsten Zeit freie Tage oder Wochen vor sich haben. Im Laufe des Jahres wird der Alltag durch die für die meisten von uns arbeitsfreien Sonn- und Feiertage unterbrochen. Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam sind vorbei. Jetzt kommt die Sommerzeit ohne staatliche Feiertage.

In dieser und in der kommenden Woche feiert die Kirche drei Hochfeste, im August ein weiteres: am 23. Juni das Heiligste Herz Jesu, am 24. Juni die Geburt Johannes' des Täufers, am 29. Juni die Apostelfürsten Petrus und Paulus und am 15. August die Aufnahme Mariens in den Himmel. Da diese Feiertage nicht arbeitsfrei sind, gehen die Schüler in die Schule, die Arbeitnehmer zur Arbeit, die Konsumenten in die Läden. Nur wenige Insider feiern diese vier Hochfeste. Das Fest "Heiligstes Herz Jesu" erinnert an den Karfreitag, der als Tag des Leiden und Sterbens Christi nie den Charakter eines Feiertages hatte. Als der Soldat sah, dass Jesus tot war, stieß er seine Lanze in seine Seite, und sogleich flossen Blut und Wasser heraus (vgl. Joh 19,33-34). Das Herz Jesu ist Ort der unerschöpflichen Liebe des Gottessohnes zu uns Menschen. Blut und Wasser sind Zeichen für den neuen Bund und für den Heiligen Geist.

Am Fest der Geburt Johannes' des Täufers feiert die Kirche die Geburt des letzten Propheten der Alten Zeit, am Übergang vom Alten zum Neuen Bund. Johannes weist in seiner Bußpredigt auf Jesus hin, mit dem das verheißene Reich Gottes seinen Anbruch nehmen wird.

Die Apostel Petrus und Paulus gelten zurecht als die führenden Apostel. Petrus, Sprecher des Jüngerkollektivs, gilt in der Kirche als erster Papst. Dem Völkerapostel Paulus ist es zu verdanken, dass die frühesten Christen die Frohe Botschaft Jesu auch an die so genannten Heiden verkündeten.

Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, im Volksmund auch Mariä Himmelfahrt genannt, ist nicht biblisch bezeugt. Aber schon seit ältester Zeit glaubt die Kirche, dass Maria nicht gestorben ist, sondern mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Sie hat eine herausragende Stellung unter den Heiligen. Vom frühen Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert dienten die kirchlichen Feiertage wie die Sonntage dem Zweck der Unterbrechung des Alltags. Es gab viel mehr Feiertage als heute. Viele Heiligenfeste waren zugleich arbeitsfreie Tage - auch damals für die meisten Menschen. Denn an vielen kirchlichen Feiertagen fanden Märkte und Jahrmärkte (Kirmesse) statt. Händler und Handwerker gingen auf den Jahrmärkten ihrer Arbeit nach. Die Menschen schauten sich die Waren an, kauften das eine oder andere, aßen, tranken, hörten den Musikanten und sahen den Gauklern zu.

Diese Funktion der Fest- und Feiertage haben in unserer Zeit die staatlichen Feiertage und zunehmend Ferien und Urlaub übernommen. Jeder Mensch benötigt Auszeiten, Zeiten ohne Schule, ohne Arbeit, ohne Druck und Stress des Alltags. Nutzen Sie Ihre kleinen und großen Auszeiten! Erfreuen Sie sich an der Natur und an den schönen Landschaften! Vielleicht ahnen Sie beim Schauen und Staunen, dass die Natur kein Zufall, sondern Gottes Schöpfung ist. Vielleicht denken Sie mal nach über den Inhalt der Feiertage und die Person des Heiligen. Vielleicht kommen Sie so dem Sinn des Lebens auf die Spur ...

Der Autor ist Pastoralreferent der katholischen Pfarrgemeinde St. Jacobus Hilden

Quelle: RP
 
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