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Kolumne Calm Down (18)
Fellknäuel beruhigen sehr

Kolumne Calm Down (18): Fellknäuel beruhigen sehr
Im Tierheim Hilden kann man ehrenamtlicher "Katzenkuschler" werden. Katze Mira lässt es sich gut gehen - und damit auch dem Menschen. FOTO: ola
Hilden. Bei den meisten Stubentigern beginnt das wohlige Brummen ganz leise. Dann einfach in sanft kreisenden Bewegungen weiterstreicheln. Dabei ruhig atmen. Weiterstreicheln, atmen. Das Brummen wird lauter.

Und die Katze, die schon seit einer ganzen Weile die Augen geschlossen hat, räkelt sich wohlig. Und brummt nun lauter als so manche Turbine. Aber auch der hier - nun ja - "dienende" Mensch erfährt bei dieser Art der Wohlfühlmassage am lebenden Fellknäuel eine Beruhigung von beinahe hypnotischer Kraft.

Man könnte dabei alles um sich herum vergessen. Oder, um es mit dem Titel dieser vorweihnachtlichen Serie zu beschreiben: Das ist Calm Down XXL.

Dass ein Teil der RP-Leser keinen Platz und/oder keine Zeit zur innigen Katzenhaltung hat, muss hier niemanden traurig stimmen. Im Tierheim Hilden kann man nämlich ehrenamtlicher Katzenkuschler werden. Denn die dort lebenden Vierpföter müssen nicht nur täglich gefüttert und ihre Behausungen gesäubert werden. So eine Katze braucht Ansprache und Bespaßung. "Derzeit haben wir etwa 50 Katzen bei uns", sagt der Leiter des Tierheims, Thomas Mielke. Vor fast genau einem Jahr ging der neue Anbau am Katzenhaus in Betrieb. Seither wurden Schnurrer jeden Alters, jeden Temperaments und aller Farben Im Hock 7 abgegeben.

Die Pfleger sind meist mit dem Pflichtprogramm voll ausgelastet. "Natürlich versuchen wir, den Tieren zwischendurch Aufmerksamkeit zukommen zu lassen", sagt Mielke. Doch für ausgedehnte Schmusesessions fehlt meistens doch die Zeit. Deshalb sind Ehrenamtler gern gesehen, die sich um die Katzen kümmern. "Bei mir im Haus sind Tiere nicht erlaubt - deshalb komm e ich gerne hier hin, ins Katzenhaus", sagt eine der Freiwilligen.

Fünf bis sechs Tiere pro Monat verlassen im Schnitt das Hildener Tierheim, weil sie ein neues Zuhause gefunden haben. Wie jedes Jahr wird jetzt vor Weihnachten vermehrt nach Baby-Katzen gefragt. Solche Interessenten bekommen eine Absage. "Wir möchten eigentlich immer nicht bloß eine, sondern gleich zwei Katzen vermitteln", sagt Leiter Mielke. Im Unterschied zum gängigen Vorurteil seien Katzen gesellig, keine Einzelgänger. Ein Solotier acht bis zehn Stunden allein in einer Wohnung zu lassen, sei nicht artgerecht. Zu zweit könnten die Katzen miteinander spielen.

DIRK NEUBAUER

Quelle: RP
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