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Opferstock aus Hilden entdeckt
Finderlohn für eine feine Hundenase

Opferstock aus Hilden entdeckt: Finderlohn für eine feine Hundenase
Charlie hat den gestohlenen Opferstock erschnüffelt und jetzt einen dicken Knochen als Belohnung bekommen. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Die Pfarre St. Jacobus bedankt sich mit einem Riesenknochen bei Gordon-Setter Charlie von Jäger Markus Jäschke für den aufgespürten Opferstock. Mit seiner Geschichte schaffte der Hildener es auch in ein bundesweit verbreitetes Jagdmagazin. Von Julia Zuew

Die braunen Augen gucken neugierig, die schnuppernde Nase zuckt. Dann legt er den Kopf wieder geduldig auf die Pfoten: Der zwei Jahre alte Gordon-Setter Charlie scheint trotz seines Ruhmes und üppigen Finderlohns ein bescheidenes Tier mit guter Welpenstube geblieben zu sein.

Vor knapp zwei Wochen entdeckte Charlie, der Hund von Jäger Markus Jäschke, einen von zwei gestohlenen Opferstöcken von St. Jacobus. Zum Dank überreichte Pfarrer Reiner Nieswandt dem vierbeinigen Finder einen knapp 1,5 Kilogramm schweren Rinderknochen. Von dem zweiten Spendenbehälter fehlt allerdings noch jegliche Spur, berichtet die Polizei.

Bei einem Spaziergang am Menzelsee in der Nähe des Westrings war der Jäger auf eine Stelle aufmerksam geworden, an der das Tier stehengeblieben war. "Charlie ist ein Vorstehhund, er nimmt eine ganz bestimmte Haltung ein, wenn er eine Spur wittert", sagt Jäschke. Beim "Vorstehen" verharrt das Tier beispielsweise lautlos in seiner Bewegung und hebt meist einen Vorderlauf an.

Erst habe er nichts Außergewöhnliches entdecken können, danach fiel im jedoch ein Haufen abgeschnittener Zweige auf. Darunter entdeckte er einen blauen Kasten. Der ehemalige Messdiener erkannte den Opferstock sofort und rief die Polizei. Während die Beamten die Fundstelle begutachteten und den Abtransport organisierten, rief er bei der katholischen Gemeinde an. "Es war einfach ein Gefühl. Ich wusste nichts von dem Diebstahl in der Kirche."

"In den Opferstöcken ist hauptsächlich Münzgeld drin", sagt Pfarrer Nieswandt. Auf unter 100 Euro schätzt er die Summe, die sich in den Kästen befunden hat. Auch auf dem Kunstmarkt könne der Dieb mit den Behältnissen keine großen Geldbeträge erzielen - der Grund für den Diebstahl bleibe ihm schleierhaft. "Der finanzielle Schaden ist deutlich geringer als der sachliche Schaden", sagt Nieswand. "Wir wollen unsere Kirchen aber weiterhin offen lassen."

Er werde weiterhin mit seinem vierbeinigen Begleiter auf die Suche gehen, sagt Jeschke. Der erste Fund habe "große Kreise gezogen", sagt der 51-Jährige. Mit seiner Geschichte schaffte der Hildener es auch in ein bundesweit verbreitetes Jagdmagazin. "Besonders in den ersten drei Tagen haben mich viele angesprochen", sagt er.

Quelle: RP
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