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Hilden
Firmenanteile bringen Stadt 2 Millionen Euro

Hilden. Die höchsten Einnahmen erzielte Hilden mit Stadtwerken, Sparkasse und Stadt Hilden Holding. 1,76 Mio Euro Kosten stehen dem gegenüber. Von Christoph Schmidt

Die Stadt Hilden ist an mehr als 20 Unternehmen beteiligt. Welche das sind und ob die Stadt damit Geld verdient, ist kein Geheimnis, sondern wird jedes Jahr in einem detaillierten Beteiligungsbericht veröffentlicht. Im vergangenen Jahr (das sind die aktuellen Zahlen) hat die Kommune mit ihren Beteiligungen unterm Strich 2,084 Millionen Euro (2013: 2,2) verdient.

Die höchsten Einnahmen erzielte die Stadt mit den Konzessionsabgaben der Stadtwerke (3 Millionen Euro), der Gewinnausschüttung der Stadt Hilden Holding (knapp 270.000 Euro nach Abzug von Abgaben und Steuern) und der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert (520.000 Euro). Andere Gesellschaften nehmen wichtige Aufgaben für die Stadt wahr, mit denen sich allerdings kein Geld verdienen lässt.

Im Gegenteil: Sie kosten. 1,76 Millionen Euro im Jahr 2014. Ohne einen Betriebskostenzuschuss von 290.000 Euro jährlich wäre beispielsweise die Bildung hoch 3 gemeinnützige GmbH (vormals Jugendwerkstatt) nicht lebensfähig. Das gilt auch für die Stadtmarketing Hilden GmbH, die einen Zuschuss von 250.000 Euro erhält. Bei Zweckverbänden heißt der Zuschuss Verbandsumlage, ist aber im Prinzip nichts anderes. Die Stadt unterstützt die Volkshochschule Hilden-Haan mit 475.000 Euro jährlich, den Zweckverband Unterbacher See mit 22.000 Euro, den Zweckverband Ittertal mit 13.000 Euro, die Gesamtschule Langenfeld-Hilden mit 430.000 Euro (plus 37.000 Euro Zugang Anteilsrechte und knapp 125.000 Euro Schülerbeförderungskosten).

Andere Gesellschaften können nur deshalb schwarze Zahlen schreiben, weil die Stadt auf eine Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals verzichtet oder sich mit einer kleinen Rendite zufrieden gibt - weil die Unternehmen wichtige Aufgaben für die Gemeinschaft übernehmen. Das trifft beispielsweise auf die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WGH) Hilden zu. Sie bewirtschaftet 202 öffentlich geförderte Wohnungen und hat 2014 rund 249.000 Euro in die Instandhaltung investiert.

Das Geschäftsjahr 2014 schloss mit einem Überschuss von 134.000 Euro ab. Auch in den Jahren davor wurden mit 171.000 Euro (2013) und 258.000 Euro (2012) Gewinne erzielt. "Bei allen frei finanzierten Wohnungen verlangt die WGH Mieten, die zwischen 6,5 und 33,37 Prozent unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen", betont Geschäftsführer Lutz Müller.

Ähnliches gilt für die gemeinnützigen Seniorendienste Stadt Hilden (143 Mitarbeiter). Die Kommune ist die einzige Stadt im Kreis, die zwei Seniorenheime mit 218 Plätzen, eine Tagespflegeeinrichtung, 35 Seniorenwohnungen und 43 Betreute Wohnungen betreibt. 2014 erzielte Geschäftsführer Holger Reinders einen Überschuss von 210.000 Euro. "Städtische Gesellschaften müssen schwarze Zahlen schreiben, um investieren zu können", betont Kämmerer Heinrich Klausgrete: "Ein Plus-Minus-Null-Geschäftsmodell wäre auf Dauer fatal."

Sowohl im städtischen Haushalt 2015 als auch 2016 fehlen jeweils mehr als zehn Millionen Euro. Können die städtischen Beteiligungen nicht mehr zum Ausgleich des städtischen Etats beitragen? "Im Konzern der Stadt Hilden Holding gibt es auch schon jetzt Gesellschaften, die trotz defizitärer Bereiche wie Bäder, Parkraumbewirtschaftung oder Übernahme denkmalgeschützter Gebäude erhebliche Jahresüberschüsse an die Stadt Hilden Holding GmbH (und über sie) ... an die Stadt Hilden überweisen", sagt Klausgrete: "Dieses ist schon sehr hilfreich, aber Weiteres dürfte im Moment nicht machbar sein."

Quelle: RP
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