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Hilden
Firmenchefs entdecken ihr grünes Herz

Hilden. Das Projekt "Ökoprofit" geht in die vierte Runde. Doch auch jenseits dieser Aktion gibt es umweltbewusste Unternehmer. Von Alexandra Rüttgen

Unternehmen des Kreises Mettmann können sich jetzt für die vierte Staffel des Projekts "Ökoprofit" bewerben. Das feiert in diesem Jahr einen besonderen Geburtstag: Seit 15 Jahren gibt es Ökoprofit nun schon in NRW. Angesprochen sind Betriebe, die den Verbrauch ihrer Ressourcen wie Wasser, Gas und Strom sowie den erzeugten Müll verringern und dabei auch noch Geld sparen wollen. "Ökoprofit überzeugt als Projekt, da Unternehmen jeglicher Art und Größe einerseits aufgezeigt wird, wie nachhaltig Betriebskosten gesenkt werden können. Gleichzeitig haben die Betriebe die Chance, einen Beitrag zu CO2-Einsparungen und somit zum Umweltschutz zu leisten", erläutert Kreisumweltamtsleiter Reinhard Engmann die beiden Hauptzielsetzungen des Projektes.

Frank Rösner, Geschäftsführer der Hildener Firma Kadomo, ist vom Ökoprofit-Konzept überzeugt und hat den Betrieb bereits für die vierte Staffel angemeldet. Auch Matthias Koehler von der Hildener Spedition Engemann & Co. ist von den Ergebnissen seiner Teilnahme 2014 begeistert: "Es wurden Einsparpotenziale ermittelt, wo wir dachten, dass es keine gäbe."

Es gibt aber auch Unternehmer, die jenseits aller geförderten Programme auf die Umwelt achten. Ein solcher ist Klaus Fechner, Eigentümer der gleichnamigen Hildener Firma Fechner Zerspanungstechnik an der Forststraße: "Die Umwelt liegt mir sehr am Herzen." Viele Hausaufgaben habe er schon erledigt. Daher sieht er keinen Sinn darin, sich an Ökoprofit zu beteiligen - ein Projekt, das Unternehmern Starthilfe dazu geben soll, sich mit dem Umweltgedanken zu befassen.

Fechner hat umgestellt. Das Licht in seinen Büros und Werkhallen wird durch die energiesparende LED-Technik erzeugt. Bei gleicher Lichtausbeute "habe ich die Hälfte meiner Kosten reduziert", erläutert Fechner. Pro Jahr seien dies 1400 Euro. Fechner rechnet damit, dass sich seine Investition in die etwas teurere Technik in zwei Jahren amortisiert hat. Die Heizenergie seines Unternehmens kommt außerdem bis zu 98 Prozent von einer benachbarten Schreinerei, die ihre Holzabfälle verheizt und die Wärme über eine von Fechner verlegte Heißwasserleitung in sein Gebäude leitet. Sein Altpapier gibt er an eine Aktenvernichtungsfirma, die für das Erreichen bestimmter Altpapier-Mengen Bäume anpflanzen lässt. Auch das liegt Fechner am Herzen, der seinen 15 Mitarbeitern als "Pausenraum" einen liebevoll angelegten Garten inklusive Apfelbaum gleich neben der Werkhalle anbietet. "Letztens hatten wir sogar einen Hasen hier", sagt er und deutet mit seiner Hand eine Größe noch über dem Knie an.

Weitere Projekte sind bereits in Planung. Künftig soll eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Firmengebäudes installiert werden, die rund ein Drittel des Energieverbrauchs bei Fechner deckt. Und wenn die Fahrleistung von Elektroautos noch ausgebaut wird, ist Fechner nicht abgeneigt, auch ein solches zu kaufen. "Ich fahre schon jetzt das kleinste Auto. Das kommt bei meinen Kunden gut an. Alle meine Angestellten haben PS-stärkere Wagen als ihr Chef", sagt 56-Jährige verheiratete Maschinenbaumeister schmunzelnd.

Für Unternehmer der Region, denen indes die Fantasie für eigene Aktionen fehlt, kann das Projekt "Ökoprofit" Denkanstöße liefern. In den vergangenen drei Staffeln haben 34 Betriebe aus dem Kreis Mettmann das Ökoprofit-Zertifikat erhalten. Die Bilanz: Insgesamt sparen diese Betriebe jährlich über 900 000 Euro an Betriebskosten ein und haben unter anderem ihren Energieverbrauch um 5,2 Millionen Kilowattstunden reduziert. Obendrein gilt Ökoprofit auch als Vorbereitung auf die weiterführende ISO 14001-Zertifizierung.

Quelle: RP
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