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Hilden
"Flüchtlingen zu helfen macht glücklich"

Hilden: "Flüchtlingen zu helfen macht glücklich"
Sozialarbeiterin Lisa Beißel mit dem syrischen Flüchtling Mohammed Areslan und dessen Sohn Amin. FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Hilden. Seit fünf Monaten arbeitet die 28-jährige Sozialpädagogin Lisa Beißel in der Notunterkunft Albert-Schweitzer-Schule. Von Christoph Schmidt

In der Notunterkunft Albert-Schweitzer-Schule leben aktuell 134 Asylsuchende aus Syrien, Iran, Irak, Afghanistan und anderen Ländern. Sie werden von Sozialpädagogen wie Lisa Beißel betreut. Vorarbeiten für die Registrierung, Zimmerverteilung, defekte Duschen. "Jeden Tag gibt es neue Herausforderungen", erzählt die 28-Jährige. "Man muss schon sehr flexibel und belastbar sein." Vor fünf Monaten hat sie angefangen - und ist "super glücklich, dass ich diese Stelle gefunden habe". Das Betreuungsteam, zu dem auch die Johanniter und Ehrenamtskoordinatorin Anne de Wendt gehören, habe sie herzlich aufgenommen und gut eingearbeitet. "Hier ziehen alle an einem Strang und versuchen eine Lösung zu finden", hat die junge Sozialpädagogin festgestellt. "Das ist nicht selbstverständlich."

Auch die Flüchtlinge selbst hätten sie überrascht - positiv: "Viele bedanken sich, wenn man ihnen helfen kann - auch bei Kleinigkeiten. Das motiviert sehr." Die meisten Asylsuchenden schauen Besuchern in die Augen und grüßen freundlich, einige lächeln auch. Sie werde als Frau und städtische Mitarbeiterin respektiert, sagt Linda Beißel. "Mein Vater hatte sich anfangs schon etwas Sorgen gemacht. Ich bin zwar nur 1,58 Meter groß. Aber die meisten arabischen Männer sind auch nicht größer. Ich bin also mit meinen Klienten auf Augenhöhe."

Ihre Chefin, die städtische Flüchtlingsbeauftragte Michaela Neisser, sucht drei weitere Sozialarbeiter: "Am liebsten solche mit der Güteklasse von Frau Beißel. Die mit Freude und Lust eine sehr intensive Arbeit machen - mit Ruhe und mit Konsequenz." Was die Sozialarbeiter anwiesen, sei zum Wohl der Gemeinschaft in der Notunterkunft. "Manche Männer hören das zum ersten Mal aus dem Mund einer Frau", hat Neisser festgestellt: "Das gibt erstaunte Gesichter."

Lisa Beißel hat noch andere Talente. Sie tanzt mit dem TSV Hochdahl Jazztanz in der Landesliga ("Ich sehe jünger aus als ich bin. Da kann ich noch mit meinen zehn Jahre jüngeren Kolleginnen mithalten") und ist eine gute Pop-Sängerin. Das konnten die Gäste bei der Verleihung des städtischen Integrationspreises an die Ehrenamtskoordinatorin der Flüchtlingsunterkunft, Anne de Wendt, hören.

Im September vergangenen Jahres erhielt Lisa Beißel von ihrem Freund Daniel einen Heiratsantrag - romantisch auf dem Monte Baldo mit Blick auf den Gardasee. Sie habe sofort Ja gesagt. Im August wollen beide heiraten: "Für die Flitterwochen haben wir ein Wohlfühlhotel im Norden von Mallorca gebucht." Kinder wünschen sich die beiden auch. Aber damit möchte sich Lisa Beißel noch Zeit lassen: "Ich möchte erst im Beruf Fuß fassen. Ich habe die Stelle in Hilden erst am letzten Tag der Bewerbungsfrist entdeckt - und dann auch noch bekommen. Was für ein Glück!"

Quelle: RP
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