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Hilden
Förderverein sorgt in St. Konrad für aktives Gemeindeleben

Vor zehn Jahren übernahmen Gemeindemitglieder Verantwortung, als die Kirche eine neue Orientierung suchte. Von Alexandra Rüttgen

Eigentlich haben die Mitglieder des Fördervereins St. Konrad aus der Not eine Tugend gemacht. Denn der Verein wurde gegründet, als sich die Kölner Erzdiözese noch mit Joachim Kardinal Meisner unter dem Motto "Zukunft heute" einen strengen Sparkurs verordnete. "Damals war die Zukunft unseres Pfarrzentrums fraglich", erinnert sich Wilfried Lorig, der seinerzeit auch im Kirchenvorstand von St. Konrad war. Die Idee in diesen unsicheren Zeiten: Ein Förderverein sollte die Gemeinde auch dann unterstützen, wenn das Geld von der Kirche nur noch in begrenzter Form fließt.

Vor zehn Jahren wurde daher der Unterstützerkreis ins Leben gerufen - damals mit 62 Mitgliedern. Sie sind dem Verein bis heute treu, der Verein hat zwischenzeitlich 70 Mitglieder. Auf ihrer Hauptversammlung wählten sie jetzt einen neuen Vorstand: Nach zehn Jahren gab Vorsitzender Stefan Ketel das Amt in die Hände von Thomas Strippel. Der will den Verein weiter stärken: "Mein Ziel ist es, auf 100 Mitglieder zu kommen."

Der Verein hat gleichsam ein kleines Stück Kirchengeschichte begleitet. Als er gegründet wurde, da war St. Konrad "noch eine eigenständige, rührige Kirchengemeinde", erinnert sich Wilfried Lorig. 2010 fusionierten die drei Hildener Pfarreien zu einem Seelsorgebereich. Doch ihre Identität haben sich die Mitglieder von St. Konrad bewahrt. Neun Familienkreise zählt die Ortsgemeinde. Aus ihnen entwickeln sich viele Impulse für ein engagiertes Gemeindeleben - und sie wiederum werden vom Förderverein unterstützt: "Wir fühlen uns der Arbeit für die Kinder und der Seniorenarbeit verpflichtet", erläutert Thomas Strippel. So bezuschusst der Verein Seniorenausflüge, bezahlt der Gemeindebücherei Literatur für Kinder, finanzierte eine Rampe für Rollstuhlfahrer zum Gemeindezentrum und schaffte Defibrillatoren an. Die rührigen Familienkreise und der Förderverein sowie die daraus resultierende gute Vernetzung der aktiven Gemeindemitglieder, "das ist für unsere Ortsgemeinde schon ein Alleinstellungsmerkmal", merkt Strippel an. Im kommenden Jahr feiert die im Jahr 1937 geweihte Kirche St. Konrad ihr 80-jähriges Bestehen. Gibt es dazu noch Wünsche, die offen sind? Strippel weiß eine Antwort. "Für die Jugendarbeit sind die Räume im Pfarrzentrum nicht ganz optimal. Ihr Zuschnitt ist ungünstig und erschwert die Jugendarbeit. Wenn man das mal angehen könnte", sagt er. Doch dies erfordert wohl weitaus größere Anstrengungen, als sie der Förderverein zu leisten vermag. So bleiben kleinere Projekte, die jedoch ebenfalls nicht unwichtig sind: Aktuell wird überlegt, die Bestuhlung des Gemeindezentrums zu erneuern.

Und wie sehen die Katholiken ihre Zukunft? Schließlich hat auch der neue Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, umfassende Reformen angekündigt und fordert eine pastorale Neuorientierung. "Wir erleben da schon einen Wandel", sagen Lorig und Strippel nachdenklich. In der Laienarbeit "wird sicher mehr Ehrenamtlichkeit gefordert sein". In dieser Hinsicht sind die Mitglieder des Fördervereins bereits auf einem guten Weg.

Quelle: RP
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