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Hilden
Förster erwartet Schäden durch Hitze

Hilden: Förster erwartet Schäden durch Hitze
Dennis Anders, Förster im Hildener Stadtwald, zieht aus dem Waldschadensbericht Konsequenzen für seine künftige Pflanzenauswahl. Monokulturen wird es nicht mehr geben. FOTO: Anja Tinter
Hilden. Experten erstellen zurzeit den Waldschadensbericht 2015. Die Bilanz für Hilden dürfte durchwachsen ausfallen. Von Alexandra Rüttgen

Wenn Hildens Stadtförster Dennis Anders zurzeit durch den Wald geht, schaut er sorgenvoll gen Himmel. Denn die große Hitze hat sich an den Gehölzen bereits bemerkbar gemacht: "Gerade die große Sommertrockenheit hat sichtbare Schäden verursacht", erzählt er. "Trockenstress" nennen das die Fachleute; er lässt die Blätter welken und schließlich abfallen. "Einzelne Bäume werden es sicher nicht mehr über den Sommer schaffen", weiß Anders. Besonders empfindlich für große Hitze sind zum Beispiel Buchen oder Kirschen, Kiefern können mit Trockenheit hingegen besser zurecht kommen.

Experten erstellen noch bis Ende August für das Land NRW den Waldschadensbericht für das laufende Jahr. Zur Datenerhebung wird der Wald landesweit in einem Raster von vier mal vier Kilometern aufgeteilt. Jeweils in den Schnittpunkten stehen die Probebäume.

Zwischen Mitte Juli und Ende August wird jeder dieser etwa 10 000 Bäume aufgesucht, vermessen und begutachtet. Daraus ergibt sich ein Bild über den Gesundheitszustand der vier wichtigsten Hauptbaum-Arten in NRW: Buche, Eiche, Fichte und Kiefer. Kombiniert mit den Jahresauswertungen der Wetterdaten werden dann mögliche Gründe für zu beobachtende Entwicklungen abgeleitet sowie Maßnahmen entwickelt.

Aus Sicht von Lutz Falkenried, Leiter der NRW-Waldzustandserhebung vom auch für Hilden und Haan zuständigen Landesbetrieb Wald und Holz NRW, leidet der Wald besonders unter den Folgen des Klimawandels. "Tendenziell nimmt die Niederschlagssumme in den Sommermonaten ab", berichtet er - die Sommer werden also immer trockener. Zugleich werden die Abstände zwischen den Mastjahren, in denen die Bäume ihre Früchte wie zum Beispiel Eicheln oder Bucheckern gleich in Massen produzieren, immer kürzer. Auch das laugt die Bäume aus. Zudem setzen Fraßinsekten und Pilze den geschädigten Bäumen immer mehr zu. "Das setzt unseren Wald unter starken Stress", erläuter Falkenried.

Um das Waldnaturerbe zu bewahren, arbeiten die Forstleute daher daran, den Wald zu einem klimaplastischen Ökosystem umzubauen, das den Folgen des Klimawandels widerstehen kann. Auch Dennis Anders zieht aus den Waldschadensberichten Konsequenzen. "Der Bericht ist Grundlage für eine bestimmte Pflanzenauswahl", erläutert er. So brauche die Fichte zum Beispiel "große Niederschlagsmengen und hat Schwierigkeiten mit langen Trockenphasen". Große Monokulturen an Fichten, wie sie noch Jahrzehnte zuvor angelegt wurden, werde es daher und aus ökologischen Gründen "nicht mehr geben", betont Anders.

Quelle: RP
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