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Hilden
"Frau Alkenings, überdenken Sie Ihre Entscheidung"

Hilden. Im Leserforum zum Thema Area 51 gibt es viel Kritik an der Bürgermeisterin. Sie bekräftigte die Vertragsauflösung.

Mit "einfach nur erbärmlich" kommentieren Leser auf Facebook die Entscheidung, den Vertrag mit Peter Brack vom Club "Area 51" aufzulösen, der dort seit 20 Jahren wirkt und durchaus nicht nur Subkultur verwaltet, sondern auch namhafte Künstler und Kabarettisten wie Jens Neutag nach Hilden geholt hat. "Eines möchte ich klarstellen", sagte Brack gestern bei der Mobilen Redaktion, zu der er auf den Marktplatz gekommen war, "natürlich können die städtischen Mitarbeiter ebenfalls organisieren. Sie werden nur ein anderes Programm machen." Er kritisierte, dass er falsch und viel zu spät über die Pläne der Verwaltung informiert worden sei. Bürgermeisterin Birgit Alkenings (SPD) sagte, sie nehme die öffentliche Kritik an, "aber es bleibt bei der Vertragskündigung. Der Etat für die Veranstaltungen bleibt voll erhalten." Offenbar geht es weniger um die "Einsparung" der Arbeit Bracks (400 Euro im Monat) als um den Einsatz ohnehin schon bezahlter städtischer Mitarbeiter in der Jugendförderung. Der Stadtrat kennt diese Entscheidung und Einsparung noch nicht, da er darüber erst mit dem neuen Haushalt informiert wird. Stimmen aus dem Leserforum im Einzelnen:

Ute Pohl (Veranstaltungsorganisatorin): "Völlig falscher Ansatz. Das was Peter Brack da macht, kriegt kein anderer für das Geld hin. Da gehört nämlich nicht nur Hirn sondern auch Herz dazu. Wir haben hier in Oberbayern eine kleine Veranstaltungsagentur und rudern jährlich um Beibehalt. Ich konnte beobachten, was für ein Wahnsinnsprogramm Peter Brack auf die Beine stellt. Respekt. Leider nicht von der richtigen Seite. Schwache Leistung, Frau Alkenings, vielleicht wäre es an der Zeit, einen Fehler zuzugeben."

Carsten Linder (Monheim): "Knappe Kassen sind wirklich kein Spaß, aber wenn man eine 400-Euro(!)-Kraft entlässt, die motiviert, hoch effektiv und qualitativ gut gearbeitet hat, ist dies kein intelligentes Sparkonzept. Sondern das krasse Gegenteil."

Bastian Gierling (Haan): "Lieber Peter, mit Entsetzen lese ich gerade diesen Artikel. Die Info, dass die Stadt den Vertrag mit Nostromo gekündigt hat, ereilt mich jetzt erstmalig im fernen Haan. Die Stadt Hilden macht mit dieser Entscheidung nicht nur die Arbeit eines seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich arbeitenden Vereins zunichte und setzt damit ein großartiges, hochkarätiges und über Jahre gewachsenes alternatives Kulturveranstaltungsanbebot, das sich weit über die Grenzen Hildens hinaus bekannt ist, ab. Zugleich wird damit nämlich auch eine erfolgreiche Jugendarbeit der Stadt Hilden in den 90er Jahren ad absurdum geführt, die in der Person von Peter Brack bis heute fortgeführt wird und in dieser Form auch ganz bestimmt nur von ihm fortgesetzt werden kann. Als Gründungsmitglied des SoKult e.V. und einer der ersten Mitstreiter dieser Veranstaltungen, kläre ich die heutigen Stadtverantwortlichen gerne einmal in einem persönlichen Gespräch über diese Erfolgsgeschichte mit Ausstrahlungs- und Vorbildwirkung in die Nachbarstädte Hildens auf. Das will jetzt also die Stadt Hilden tatsächlich wegen lächerlicher 4800 Euro aufgeben?! Ich prophezeie der Stadt dazu bereits jetzt, dass jedweder Versuch, dieses Programm jetzt in Eigenregie zu überführen, von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist und die Stadt diese Kündigung mit Nostromo am Ende deutlich mehr Geld kosten wird. In diesem Sinne verbleibe ich mit entsetzten und traurigen Grüßen."

Wolfgang Weege (Hilden): "400 Euro pro Monat sparen wollen - dann kann sich die Stadt wohl weitere Dummheiten wie das hässliche neue Wappen (für 50.000 Euro) leisten! Eine wichtige Sache wie Kultur und Jugendarbeit wird tot gespart, an anderen Stellen wird das Geld verbrannt, als gäbe es kein Morgen..."

Carsten Becker (Hilden): "Es ist schon sehr erschreckend wie sich diese Frau in dem Artikel ,Das Area 51 ist bald ohne Organisator Brack' über Hildener Bürger äußert, Zitat: ,Und falls die Punk-Bands und damit deren Fans wegbleiben sollten, dann kommen neue Leute. Das ist auch okay." Ich habe gedacht, diese Person ist für alle Hildener da, nicht nur für Karnickelzüchter- und Schützenvereine. Man sollte gerade in dieser Zeit sehen, wie wichtig gut geführte Jugend- und Kulturclubs sind, wo Jugendliche nicht von salafistischen Organisationen oder Parteien wie der AfD geködert werden. gerade Herr Brack sorgt durch sein Angebot dafür, dass junge Menschen aufgeklärt werden und nicht blind diesen Gruppen hinterherlaufen. Es wird hier über 4800 Euro geredet, was ist das bitte für eine Stadt wie Hilden? Diese Kommune lässt lustige rote Steine in der Stadt verlegen (Robert-Gies-Straße 466.000 Euro). Ich finde es sehr wichtig, dass weiter ein tolles Kulturprogramm im Area 51 gezeigt und gut organisiert wird, deshalb sollte die Stadt doch ihre Entscheidung nochmal überdenken und die 4800 Euro freigeben. Und, Frau Alkenings, es sind nicht nur Punks im Area."

(gök)
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