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Hilden
Frische Milch und Obst für die Kleinen

Hilden: Frische Milch und Obst für die Kleinen
Lecker! Die Klasse 1a der Ratinger Gebrüder-Grimm-Schule darf die Schulmilch probieren. FOTO: Dietrich Janicki
Hilden. Gesunde Ernährung will gelernt sein. Deshalb gibt es schon in den Grundschulen viele Angebote. Von Ilka Platzek

Manche denken mit nostalgischen Gefühlen an die Schulmilch und den Kakaodienst in der Grundschule zurück. Doch die Milch spielt nach wie vor eine große Rolle im Schulalltag und gehört in vielen Schulen dazu.

Auch der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) betont immer wieder, dass Milch zur gesunden Verpflegung in Schulen dazu gehört. "Gerade für Kinder und Jugendliche ist Milch eine ideale Powerquelle für Aktivitäten in Schule und Freizeit", erklärte Andrea Bahrenberg, Pressesprecherin beim RLV. In der Frühstückspause liefert die Milch nicht nur Energie für die nächsten Schulstunden, sondern auch Milcheiweiß, Vitamine und Kalzium. Letzteres stärkt Zähne und Knochen. Andrea Bahrenberg: "Schon eine Portion Schulmilch deckt knapp ein Viertel des täglichen Kalziumbedarfs."

An den zwei Standorten der Astrid-Lindgren Schule in Hilden gibt es Schulmilch. Schulleiterin Karin Bella weiß von unterschiedlichen Geschmacksrichtungen: "Die normale Milch kostet 35 Cent; Erdbeer-, Vanillemilch und Kakao kosten 40 Cent." An der Wilhelm-Hüls Grundschule wird nur die reine Milch ausgegeben, nicht ihre süßen Abwandlungen. Der Hausmeister verteilt die Milch, die Klassenlehrer sammeln das Geld dafür ein. Roswitha Konnerth leitet zwei Hildener Grundschulen: "Am Kalstert gibt es keine Schulmilch mehr, an der Walder Straße gibt es sie noch", sagt die Schulleiterin. Die Milch wird von einer Firma angeliefert, und der Hausmeister kümmert sich um die Verteilung. Konnerth hält nichts von der Schulmilch und das hat sie auch den Eltern gesagt. "Da ist viel zu viel Zucker drin", findet sie. "Schon in der normalen Milch sind vier Stück Würfelzucker in 250 Milliliter enthalten. In der Vanille-, der Erdbeer- und der Schokomilch sind zwischen 7 und 8 Stücke Würfelzucker drin." Nach ihren Berechnungen enthalten 250 Milliliter Limonade etwa 8 Stücke Zucker und Cola 9 Stücke. Der hohe Zuckergehalt sei aber nicht der einzige Grund für ihre Ablehnung: "Viele Kinder bestellen die Milch, trinken sie aber nicht aus. Wir haben festgestellt, dass 250 Milliliter gerade für die Erst- und Zweitklässler zu viel sind." Der Rest werde weggegossen. "Unterm Strich entsteht so unnötig Müll und außerdem ist die Milch mit 35 Cent für die normale und 40 Cent für Kakao zu teuer. In jedem Supermarkt bekommt man sie günstiger." Die Schulleiterin findet Schulmilch auch noch aus einem anderen Grund überflüssig: "Die meisten Kinder sind im Offenen Ganztagsschule und erhalten Wasser zum Trinken - so viel wie sie wollen."

Natürlich gehören zu einer gesunden Ernährung noch viele andere Dinge dazu, zum Beispiel Obst und Gemüse. Das Schulobstprogramm läuft über die EU und in Hilden macht die Freie Christliche Schule (Kölner Straße 67) mit: "Wir erhalten seit 2011 zweimal pro Woche Ost für vier Tage", sagt Iris Epp, die Ganztagsleiterin. "Unsere FSJler bereiten das Obst mundgerecht vor und packen es zusammen mit der Schulmilch in Körbchen für die einzelnen Klassen. Die holen sich ihr Körbchen dann ab." Wenn die FSJler frei haben, springen die Eltern ein. Übrig bleibe nichts: "Wir bekommen reichlich, aber das Obst wird den ganzen Tag gereicht, auch nachmittags im offenen Ganztag. Auch die Schulmilch wird ausgetrunken: "Die steht den ganzen Tag am Platz, da schaffen es auch die Kleinen." Beliebtestes Getränk sei Kakao.

2013 hatten sich die meisten Hildener Grundschulen gegen das Obst entschieden. Schulleiterin Roswitha Konnerth hatte damals der Stadt mitgeteilt, warum: das Thema "Gesunde Ernährung" habe im Schulalltag längst seinen Platz und werde ihn auch ohne EU-Programm behalten. Und: Die Ogata-Kinder erhalten während des Ganztagsbetriebs ohnehin täglich Obst, heißt es. Sie machen "Ernährungsführerscheine", nehmen teil an der AG "Kochen" und gehen auf dem Markt einkaufen. Die Grundschüler besuchen Bauernhöfe, Lauffeste und die Zahnprophylaxe.

Quelle: RP
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