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Hilden
Für die Stadtwerke war 2014 zu warm

Hilden. Im vergangenen Jahr wurden weniger Gas und Strom verkauft. Das Hildorado verzeichnete einen Besucherrekord. Von Alexandra Rüttgen

Das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hat den Stadtwerken Hilden 2014 Umsatzeinbußen beschert. Das berichteten Geschäftsführer Hans-Ullrich Schneider und Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Scholz gestern bei einem Pressegespräch. Demnach lagen die Umsatzerlöse bei 57,6 Millionen Euro (2013: 63,5 Millionen). Das Jahresergebnis nach Steuern war jedoch mit 3,3 Millionen Euro (2013: 2,8 Millionen) höher; das liegt daran, dass 2013 mehr Steuern gezahlt werden mussten. Außerdem konnte durch den günstigen Einkauf von Strom und Gas der Umsatzausfall abgeschwächt werden.

Gas und Strom 2014 haben die Stadtwerke Hilden 24 Prozent weniger Gas und in einem etwas geringerem Maße auch weniger Strom verkauft. Die Erdgaspreise sind seit Oktober 2011 konstant. Auch die Strompreise blieben 2014 auf gleichem Niveau. In diesem Jahr wurden sie um etwa 2,7 Prozent gesenkt. Das macht bei einem Verbrauch von rund 4000 Kilowattstunden rund 32 Euro aus, rechnen die Stadtwerke Hilden vor. Ihr Strom ist ausschließlich Ökostrom; "das ist ein bisschen teurer, aber das nehmen wir auf unsere Kappe, das geben wir nicht an unsere Kunden weiter", sagt Schneider. Ihr Preis-Leistungs-Verhältnis sehen die Stadtwerke als "gut" an. Eine Ersparnis von bis zu 500 Euro beim Wechsel zu anderen Stromanbietern sei unrealistisch und höchstens Einmal-Effekten wie Prämien und Boni geschuldet.

Bäder Während das Waldbad lediglich 78.714 Gäste zählte (2013: 104.650), stieg die Zahl der Besucher im Hildorado auf 302.638 (2013: 284.032). Rekord. Gleichwohl bleiben die Bäder, wie allerorten, auch in Hilden defizitär. Das Jahresergebnis dieses Bereichs weist ein Minus von fast 2,5 Millionen Euro aus.

Investitionen 2014 gaben die Stadtwerke Hilden fast 2,2 Millionen Euro für Investitionen im Bereich der Stromversorgung aus (2013: 0,7 Millionen). Dies sei der Energiewende geschuldet, für die sich die Stadtwerke rüsten müssen. So wird zurzeit für rund zwei Millionen Euro ein neues Schalterhaus an der Hildener Strom-Umspannanlage gebaut, das eine 40 Jahre alte Anlage ersetzt. Das neue Schalterhaus, das vom Großversorger ankommenden Strom für Haushalte nutzbar macht (also von 110 bzw. 40 Kilovolt auf 10 Kilovolt herunterregelt), ist besser zu überwachen, weil seine Funktionen ferngesteuert werden können.

Ausschüttungen Die Stadtwerke haben an die Stadt Hilden 2014 etwas mehr als 0,5 Millionen Euro an Gewerbesteuer gezahlt (2013: 1,2 Millionen). Die Stadt profitiert außerdem von der Konzessionsabgabe der Stadtwerke (eine Gebühr, um Leitungen in Straßen legen zu dürfen; 3,2 Millionen Euro). Geld (2,7 Millionen Euro) fließt auch zur Stadt Hilden Holding als Mehrheitsgesellschafterin der Stadtwerke, unter deren Dach auch die Grundstücksgesellschaft, die Verkehrsgesellschaft (Betreiberin der ebenfalls defizitär arbeitenden, aber immer mehr Fahrgäste zählenden Buslinie O 3) und die Infrastrukturentwicklungsgesellschaft angesiedelt sind.

Quelle: RP
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