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Hilden
Fummelarbeit für 850.000 Liter Wasser

Hilden: Fummelarbeit für 850.000 Liter Wasser
Karl Kronborn, Handwerker der Firma Grosche, bessert das so genannte Knopf-Mosaik des Beckenbodens aus FOTO: Stephan Köhlen
Hilden. Die Stadtwerke Hilden nutzen die Freibadsaison, um das Hildorado wieder auf Vordermann zu bringen. Dazu sind in jedem Jahr ausführliche Wartungsarbeiten fällig - wie zum Beispiel die Entleerung und Schrubb-Desinfektion der Becken. Allein, um dafür das Wasser des Nichtschwimmerbeckens abzulassen, braucht es mehr als drei Tage. Von Sandra Grünwald

Auch die Lagune liegt gerade trocken, denn dort müssen zusätzlich noch etliche der winzigen Fliesen ersetzt werden. "Das ist wie bei einem alten römischen Mosaik", erklärt Betriebsleiter Willi Laumen. Überhaupt gehören umfangreiche Fliesenarbeiten zur jährlichen Routine. Auch in den Umkleidekabinen müssen Bänke abgebaut werden, um Fliesen zu erneuern. Außerdem wird eine Grundreinigung der gesamten Anlage durchgeführt.

"Das ist wie eine Art Frühjahrsputz", meint Laumen. Dazu gehört auch, die Glaspyramide von innen zu reinigen. Alle Glasscheiben und das Metallgerüst werden mit Hilfe eines Gerüstes gesäubert. Gerüste werden auch im Schwimmbereich aufgestellt. "Hier kommt ein Holzfachmann und überprüft die Leimbinder", erklärt Willi Laumen. Außerdem kontrolliert ein Statiker die Metallträger.

Das Schwimmerbecken ist bereits geschrubbt worden, die Fliesen glänzen und nun soll es als erstes wieder befüllt werden. "Da gehen 850.000 Liter rein und es dauert zweieinhalb Tage, bis es vollgelaufen ist", weiß Laumen. Doch nicht nur die ganz "normalen" Wartungsarbeiten müssen gemacht werden, immer fallen auch aufwendigere Instandsetzungsmaßnahmen an.

"In diesem Jahr sind es drei zusätzliche Arbeiten, wofür wir 220.000 Euro investieren", sagt Sabine Müller, Sprecherin der Stadtwerke. Zum einen wird das Steuerungsgerät der Lüftungsanlage ausgetauscht. "Das Gerät ist jetzt 24 Jahre alt", erklärt Centerleiter Ingo Paßenheim. Die Lüftungsanlage mischt Außen- und Innenluft, reguliert die Temperatur und entzieht Feuchtigkeit. "Die neue Steuerung ist kompakter und kleiner, arbeitet mit einem Touchscreen", erzählt Laumen.

Ebenfalls erneuert werden müssen drei Feuerschutztüren, denn das Thema Sicherheit wird bei den Stadtwerken großgeschrieben. Doch den Löwenanteil der Investitionen verschlingt der Abluftkanal, der die Belüftungsanlage mit dem Bad verbindet. Auf siebzig Metern muss hier der Beton erneuert werden. Eine umfangreiche Maßnahme. "Das kostet allein 170.000 Euro", verrät Paßenheim. Aber nicht nur finanziell, auch zeitlich ist der Umfang groß. "Das wird sicher um die sieben Wochen dauern", meint der Betriebsleiter.

Doch davon wird der Badebetrieb nicht in Mitleidenschaft gezogen, da in der Zwischenzeit eine Ersatzlüftung in Betrieb genommen wird. "Die Arbeiten führen wir dann abends und nachts durch", erklärt der Betriebsleiter.

Bis zum 30. Juni ist das Hildorado noch geschlossen. "Es ist wie ein großer Boxenstopp", sagt Laumen. Dann wird es in neuem Glanz den Besuchern wieder die Türen öffnen, verspricht er.

Quelle: RP
 
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