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Auf Ein Wort Alfons Holländer
Gedanken zum November

Hilden. In diesen Tagen ziehen in vielen Städten und Dörfern Kinder mit ihren meist selbstgebastelten Laternen durch die Straßen. Da und dort werden sie begleitet von einem in festlichem Bischofs- oder Rittergewand gekleideten Reiter hoch zu Ross. Die Veranstaltung endet meist mit einem großen Feuer und dem Verteilen des traditionellen Weckmannes. Weit über die katholischen Kreise hinweg ist dieses Brauchtum und das Fest des Heiligen Martin mit seiner Geschichte bekannt.

Mit dem Heiligen Nikolaus gehört der hl. Martin zu den großen Heiligen der Nächstenliebe. Seht wie sie einander lieben - daran erkennen wir die Jünger Jesu. So ist die Nächstenliebe, hier beim heiligen Martin mit dem symbolischen Teilen des Weckmannes, eine schöne Form, die uns an diese urchristliche Tugend erinnert. Wenn wir heute von Teilen sprechen, dann geht es nicht nur um eine symbolische Handlung und Brauchtum. Ob nun bei den Tafeln, Kleiderkammern und den vielen Aufrufen zu Spenden, gerade vor Weihnachten, sind wir aufgerufen, die Menschen in Not, gleich wo, ob nah oder fern, nicht zu vergessen und konkret mit dem, was wir haben, zu teilen.

Teilen einmal anders: In meinem nahen Umfeld lebt eine Familie mit ihren Kindern. Sie teilten ihre Zeit. Ein Kind einer Flüchtlingsfamilie lernten sie über ihre Kinder kennen. Die Kinder trafen sich nach der Schule. Sie setzten sich zusammen, lernten und spielten gemeinsam. So fand diese Flüchtlinge neben dem Erlernen der Sprache Anschluss, Freundschaft und erlebten Hilfsbereitschaft. Sie hatten viel Spaß und Freude miteinander. Leider endete der Aufenthalt dieser Flüchtlingsfamilie in Deutschland. Sie mussten zurück in ihr Heimatland. Viel stärker, wie die Enttäuschungen nicht hier bleiben zu können, ist für sie die Erfahrung von Freundschaft und selbstloser Hilfsbereitschaft. So halten sie weiterhin Kontakt über soziale Netzwerke über Grenzen hinweg.

Es ist nur eines von sicher vielen ähnlichen Beispielen. Wenn viele so handeln, kann ein Netzwerk von Liebe und Verständnis über Länder und Religionen hinweg entstehen. Es ist das beste Mittel gegen Angst und Gewalt, weil die Erfahrung von Liebe stärker ist. Es ist das Licht der Hoffnung im Dunkel unserer Zeit, der Angst vor dem Fremden, geschürt von so manchen Volkspopulisten. Ein Gedanke, den ich Ihnen mitgeben möchte, wenn Sie die Kinder sehen, die dieser Tage mit ihren Laternen durch die Straßen ziehen.

Alfons Holländer ist Kaplan der katholischen Pfarre St. Chrysanthus und Daria

Quelle: RP
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