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Hilden
Gedenktag: Schulministerin am "Bonni"

Hilden: Gedenktag: Schulministerin am "Bonni"
Schulministerin Sylvia Löhrmann ließ sich durch die Ausstellung führen, die zum Bonhoeffer-Gedenken und letztlich auch zum Kriegsende erstellt wurde. Sie selbst ist Mitglied im Zentralrat der Deutschen Katholiken. FOTO: Ralph Matzerath
Hilden. Anlässlich des 70. Todestages seines Namensgebers veranstaltete das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium einen Projekttag Von Eike Hövermann

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) und Oberkirchenrat Klaus Eberl waren gestern in Hilden, um sich das Schaffen und die Werke der Schüler am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium anzuschauen und um gemeinsam des mutigen Humanisten und Theologen zu gedenken, der der Schule den Namen gab.

Am 9. April 1945, nur einen Monat vor dem offiziellen Kriegsende, wurde Dietrich Bonhoeffer von den Nazis hingerichtet. Er hatte sich von Beginn an gegen das Regime ausgesprochen, hatte sich nie entmutigen lassen, seine Meinung bis zum Schluss vehement vertreten und ist so zum Vorbild geworden - und bis in die Gegenwart geblieben. "Es ist ein tolles Erbe, das ihr an der Schule hier pflegt", sagte Oberkirchenrat Eberl zu den Schülern, die in den Räumen des Bonni Ausstellungen und Aktionen zum Gedenken Bonhoeffers vorbereitet hatten. So entstand aus Papierschnipseln ein Abbild, Tafeln zeigten die Biografie und das Schaffen des Widerständlers, Referate wurden gehalten, ein Film war zu sehen und Kuchen wurde für den guten Zweck verkauft.

"Ich finde es ganz toll, dass sich hier bereits so früh mit solchen Themen auseinandergesetzt wird", lobte Ministerin Löhrmann die pädagogische Arbeit des Gymnasiums. Zuvor nahm sie sich viel Zeit mit den Schülervertretern und wohnte einer halbstündigen Andacht in der Aula des Gymnasiums bei. "Mit meinem Besuch möchte ich die Arbeit hier wertschätzen, die die Erinnerungskultur fördert", sagte sie.

In den von zwei siebten Klassen organisierten Ausstellungen wurde deutlich, dass sich die Schüler sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt und sich eine eigene Meinung gebildet hatten. "Ich finde es gut, dass Bonhoeffer sich getraut hat, dagegen zu sein, wo viele einfach mitgemacht haben", sagte Katharina (13). Felix (12) hat vom Leben und Handeln Bonhoeffers gelernt, dass "man Menschen so akzeptieren soll, wie sie sind". "Mut haben und den Mund aufmachen. Das Vorbild Bonhoeffers ist auch im Alltag umzusetzen" - zum Beispiel beim Thema Mobbing, findet auch die stellvertretende Schulleiterin Petra Kammeier. "Zwölf Nationen sind am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium vertreten, und dennoch haben wir hier keine Probleme miteinander", sagte Schulleiter Udo Kotthaus. Vielmehr gebe es ein sehr gutes Gemeinschaftsgefühl unter den Schülern. "Dass man nicht allein ist, ist meiner Meinung nach ein wichtiger Gedanke in Bonhoeffers Schaffen gewesen." Am Ende ihres Besuchs gab es noch ein Geschenk der Ministerin. Das Buch "Die Passagierin", geschrieben von der NS-Zeitzeugin Zofia Posmysz, solle daran erinnern, "immer tolerant und friedfertig zu sein".

Quelle: RP
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