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Hilden
Gewerbepark Süd vor Veränderungen

Hilden: Gewerbepark Süd vor Veränderungen
Karlernst Braun, Annelie Noltze und Hans-Jürgen Braun (v.l.) steuern die Geschicke des Hildener Gewerbeparks Süd. Eine 2500 Quadratmeter große Halle wird gegen Ende des Jahres frei. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Die Einrichtung besteht seit 25 Jahren und ist einem steten Wandel unterzogen. Zu Ende 2015 geht ein wichtiger Mieter. Fast sieht es aus wie ein Familienalbum. Doch als Karlernst und Hans-Jürgen Braun den Fotoband aufschlagen, sind darin keine rotstichigen Aufnahmen von Kindergesichtern, sondern Baustellenbilder zu sehen. Von Alexandra Rüttgen und Christoph Schmidt

"Das sah damals fast schon chaotisch aus", sagt Hans-Jürgen Braun. Mit "damals" ist das Jahr 1990 gemeint, als der Gewerbepark Süd gegründet wurde.

In diesem Jahr besteht das Unternehmen also seit 25 Jahren. Das Industrie-Areal freilich ist viel älter, mit 111 Jahren Hildens ältester Betrieb in Familienbesitz. Hier wurde einst der bekannte Taschenschirm "Boy" produziert, Camping-Möbel, Hollywood-Schaukeln, Spezialrohre für die Funk- und Fotoindustrie. Als dieser Geschäftsbetrieb endete, wurde nach einer Zwischennutzung der Standort zum Gewerbepark umgewandelt - der erste in Hilden, Pionierarbeit. So haben sich die Brauns als Unternehmer immer wieder neu erfunden - bis heute.

Auch im Jubiläumsjahr müssen sich die geschäftsführenden Gesellschafter mit einer besonderen Herausforderung auseinandersetzen: Ende 2015 verlässt mit der Firma Brüninghaus & Drissner ein wichtiger Mieter den Gewerbepark. Der bekannte Automobilzulieferer hat eine Halle von 2500 Quadratmetern gemietet. Das Unternehmen mit Sitz an der Itterstraße hat ein Grundstück an der Heinrich-Hertz-Straße gekauft und will dorthin verlagern. Das wird aber noch Jahre brauchen.

Auch wenn es heutzutage aufwendiger geworden ist, Mieter zu anzuwerben - "man muss den richtigen Interessenten finden, der auch noch hierher passt" - sind Hans-Jürgen und Karlernst Braun zuversichtlich, einen Nachmieter für das Objekt zu bekommen. Zurzeit sind alle Flächen belegt. Es sind vor allem Handwerksbetriebe, die im Gewerbepark eine unternehmerische Heimat finden. Darüber hinaus werden die Räume und Hallen von Dienstleistern und Bürogemeinschaften, Produktionsbetrieben und als Lagerflächen genutzt. Hinzu kommt das Gründerzentrum, das 1998 für rund zwei Millionen Euro neu gebaut wurde. "Insgesamt haben wir in den 25 Jahren mehr als zehn Millionen Euro in Modernisierung und Sanierung gesteckt", erläutert Karlernst Braun - das Gründerzentrum nicht mit eingerechnet. Für Hilden eine lohnende Sache, denn so werden Arbeitsplätze und Gewerbesteuerzahler in der Stadt gehalten - insgesamt arbeiten rund 250 Menschen auf dem Gelände.

Für die Nachfolge der beiden 83 und 76 Jahre alten Chefs ist gesorgt. Beide Brüder haben vier erwachsene Kinder, die 60 Prozent der Gesellschaftsanteile halten und dank regelmäßiger Versammlungen Einblick in die Geschäfte haben. Können sich Karlernst und Hans-Jürgen Braun um die laufenden Geschäfte nicht mehr kümmern, wird sie Annelie Noltze übernehmen, die den Inhabern schon jetzt als Im-moblienmanagerin zur Seite steht. "Sie gehört fast schon selbst zur Familie", sagt Karlernst Braun lachend, und Annelie Noltze bestätigt das. "Man hat sich nur noch nicht geeinigt, zu welchem Zweig der Familie ich gehören soll", antwortet sie schmunzelnd und blickt abwechselnd zwischen Karlernst und Hans-Jürgen Braun hin und her.

Quelle: RP
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