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Hilden
Glascontainer kommen vors Pfarrhaus

Hilden: Glascontainer kommen vors Pfarrhaus
Ellen Pickert versteht nicht, warum die Altglas-Container vor dem Pfarrhaus angebracht werden sollen. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Anwohnerin beschwert sich. Baudezernentin: Standortwechsel wurde mit Politik und Gemeinde abgestimmt. Von Christoph Schmidt

Ellen Pickert ist entsetzt. Die Altglascontainer, die bisher im Wendehammer der Mühlenstraße standen, sind verschwunden, berichtet die Anwohnerin. Als Ersatz wurde eine Altglascontainer-Anlage direkt vor dem Pfarrhaus installiert - "unmittelbar vor diesem wunderschönen alten Haus!" Dafür habe ein Baum gefällt werden müssen. Neben dem zusätzlichen Verkehr durch Fahrzeuge der Bewohner des neuen Jacobushofes müssten die Anwohner der Mühlenstraße jetzt auch die "Lärmbelästigung des Glascontainers" hinnehmen, beschwert sich Pickert: "Warum ist es nicht bei dem alten Standort Wendehammer geblieben? Wie unsensibel muss ein Stadtplaner sein, um so eine Entscheidung für ein altgewachsenes Wohngebiet mitten im Herzen einer Stadt zu treffen?"

"Altgewachsen" kann man das Wohngebiet an der Mühlenstraße schwerlich nennen. Die Häuser wurden Mitte der 1980er-Jahre von der Firma Bast auf einem ehemaligen Industriegebiet errichtet. Daran erinnert noch ein kleines Denkmal. Die Glascontainer mussten verlegt werden, weil der Wendehammer der Mühlenstraße nach der Errichtung des Jacobushofes zu klein für das Entsorgungsfahrzeug ist, erläutert Baudezernentin Rita Hoff. Stellfläche sei auf der einspurigen Anliegerstraße mit ihren Ein- und Ausfahrten und Parkflächen rar. Deshalb hätten Politik und Verwaltung mit dem Investor vereinbart, die Altglas-Container vor dem Pfarrhaus unter der Erde verschwinden zu lassen. So steht es der Durchführungsvertrag vor, der am 9. April 2014 vom Stadtentwicklungsausschuss beschlossen wurde.

Im Untergrund liegen aber bereits viele Kabel, Rohre und Kanäle. "Der Platz vor dem Pfarrhaus war der einzige Ort, wo die Unterflur-Container ohne großen Aufwand installiert werden konnten", betont Baudezernentin Rita Hoff. "Wir haben lange nach einem Standort gesucht. Natürlich ist er mit der katholischen Kirchengemeinde abgestimmt worden." Die beträchtlichen Kosten für die Unterfluranlage (die unterirdischen Altglas-Container am Kronengarten haben rund 37.000 Euro gekostet) übernehme der Investor des Jacobushofes. Eine zusätzliche Lärmbelästigung wie von der Anwohnerin befürchtet, kann die Baudezernentin nicht erkennen: "Unterflur-Container sind viel leiser als überirdische Anlagen."

Anwohner der Mühlenstraße haben sich seit 2009 gegen die Neubebauung des Reichshof-Areals gewehrt. Eigentümer ist die katholische Gemeinde St. Jacobus. In dem Bebauungsplanverfahren hatte die Stadt versucht, die Interessen der Pfarre mit denen der Öffentlichkeit städtebaulich in Einklang zu bringen. Investor Evohaus hat die 70 Eigentumswohnungen in Erbpacht errichtet. Die private Tiefgarage mit 70 Plätzen (davon 14 für die Gemeinde) wird über die Hochdahler Straße angefahren, die Ausfahrt erfolgt über die Mühlenstraßen. Um diesen Kompromiss zwischen Investor, Pfarre und Mühlenstraßen-Anwohnern wurde lange gerungen. Im Mai 2010 segnete ihn die Politik mit einem Beschluss ab. Bei einer Verkehrszählung wurden damals auf der Mühlenstraße 1240 Kraftfahrzeuge am Tag gezählt. Zum Vergleich: An der Einmündung Am Rathaus/Berliner Straße wurden 5590 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden registriert.

Quelle: RP
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