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Hilden
Glück im Grünen gefunden

Düsseldorf. Der Stadtverband der Gartenfreunde hat vor einem Jahr zwei bedürftigen Familien mit Kindern zu einem Garten verholfen. Familie Elsner braucht jetzt kein Hartz IV mehr und kann die laufenden Kosten selber tragen. Von Christoph Schmidt

Das vergangene Jahr war für Familie Elsner nicht leicht. Jens Elsner wurde nach einer Operation arbeitslos. Die vierköpfige Familie, zu der auch Cedric (14) und Michele (12) gehören, musste von Hartz IV leben. Ein Garten war da nicht drin. Der Stadtverband der Gartenfreunde stellte der Familie eine Parzelle kostenfrei zu Verfügung und übernahm auch die laufenden Kosten, etwa 400 Euro im Jahr für Pacht, Strom, Wasser, Versicherung und Mitgliedsbeitrag.

Nette Garten-Nachbarn

Jetzt nach einem Jahr haben es die Elsners geschafft. Sie brauchen keine Sozialhilfe mehr und können die laufenden Kosten für ihre Laube selber aufbringen. "Die Arbeit im Garten macht uns allen viel Freude", erzählt Jens Elsner (46), der ehrenamtlich bei der Hildener Tafel mithilft: "Er ist eine richtige, kleine Oase." Die Garten-Nachbarn seien alle sehr nett. Und im Kleingartenverein Reisholzstraße seien sie ohne Vorbehalte mit offenen Armen aufgenommen worden.

So hatte sich das der Initiator, Stadtverbandsvorsitzender Werner Siggelkow, auch erhofft: "Mit einem Garten geben wir Menschen in einer Notlage wieder eine Aufgabe und ein Stück Lebensqualität." Das Startkapital für das Projekt "Hilfe zur Selbsthilfe" stellte der Stadtrat zur Verfügung.

Die Kommune verzichtete auf 8000 Euro Pacht. Das Geld für die Gärten sei kein verlorener Zuschuss, betont Siggelkow, sondern soll je nach finanziellen Möglichkeiten zurückgezahlt werden, um weiteren Familien mit kleinem Einkommen zu einem Schrebergarten zu verhelfen. Auf diese Weise kam auch eine alleinerziehende, arbeitslose Mutter mit zwei Kindern zu einem eigenen Grün.

Auch andere Kleingärtner würden mit zinslosen Darlehen vom Stadtverband unterstützt. Am Stadtwald plant der Stadtverband ein neues Projekt. Dort soll auf 265 Quadratmetern Fläche, die allerdings für 6000 Euro erst wieder urbar gemacht werden muss, ein Garten der besonderen Art entstehen. Kindergärten und die Theodor-Heuss-Hauptschule können Teilflächen gestalten. Siggelkow schwebt ein Bio-Unterricht der praktischen Art vor – durchaus auch mit dem Hintergedanken, Jugendliche für das eigene Grün zu begeistern.

Die 311 Kleingärten in Hilden seien zwar alle belegt. Etwa 40 Interessenten stehen auf der Warteliste. Gleichwohl spürt der Stadtverband, dass die Lust aufs eigene Grün spürbar abnimmt. Deshalb wirbt der Verband besonders um Familien mit Kindern.

Zuwanderer integriert

Rund zehn Prozent der Kleingärtner in Hilden sind Zuwanderer aus Osteuropa und der Türkei. Im vergangenen Jahr veranstaltete der Verein Reisholzstraße, in dem auch Siggelkow Mitglied ist, erstmals ein Erntefest. Die Zuwanderer wurden gebeten, sich mit kulinarischen Spezialitäten ihrer alten Heimat zu beteiligen. "Das kam gut an, alle waren sehr angetan", freut sich Siggelkow.

Deshalb möchte er gezielt die Migranten unter den Hildener Gartenfreunden bitten, beim Erntefest des Stadtverbandes am 11. September auf dem alten Markt mitzumachen. Der Erlös kommt dabei stets sozialen Einrichtungen in Hilden zugute.

Quelle: RP
 
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