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Hilden
Günter Ottenberg ist seit 50 Jahren Priester

Hilden. Gestern hat er im kleinen Kreis mit Wegbegleitern und Verwandten die goldene Priesterweihe gefeiert. Am Sonntag trifft sich der Pastor nach der Messe mit der Gemeinde von Sankt Marien im Pfarrsaal. Von Ilka Platzek

Günter Ottenberg, der langjährige Pastor von Sankt Marien, hat gestern sein goldenes Priesterjubiläum im Beisein von engen Vertrauten in seiner alten Kirche an der Gerresheimer Straße gefeiert. Die Messe war gut besucht. Der 79-jährige Pfarrer im Ruhestand zelebrierte sie - assistiert von aktuellen Messdienern und einem ehemaligen. Miroslav Zlobinski, früher Messdiener, heute Physiker, ließ es sich nicht nehmen, seinem alten "Kommunionspfarrer" auf diese Weise seinen Respekt zu zeigen.

Günter Ottenberg stammt aus Köln, wo er nach dem Abitur Theologie studiert hat. "Ich war erst Messdiener und hatte mit Kaplänen zu tun, die für mich Vorbilder waren. So kam es zu diesem Berufswunsch." Studiert hat er dann in Bonn und Köln, die Priesterweihe erhielt er am 15. Juli 1965 von Kardinal Josef Frings im Kölner Dom. An diesem Tag kann er sich noch gut erinnern: "Herr Frings konnte zu der Zeit nichts mehr sehen. Hubert Luhte (der spätere Ruhrbischof von Essen) war damals sein Sekretär und versuchte, ihn vor Stürzen zu bewahren. Er hat immer ,Stüfchen' gesagt und Frings hat erwidert: ,Ich weiß.'"

Nach der Priesterweihe war Ottenberg viele Jahre Kaplan in Düsseldorf-Unterrath. "Eigentlich sollte ich nur für 14 Tage dort hin, aber dann starb der Pfarrer und ich blieb bis 1979." In jenem Jahr kam er als Pastor nach Hilden zu Sankt Marien, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 2007 blieb: "Hilden ist ein gutes Pflaster. Die Leute helfen. Man muss sie aber erst ansprechen", sagt der Kölner über seine Schäfchen. Seine Zeit in Sankt Marien erinnert er als eine Phase des Aufbaus: "Das Pfarrheim, der Kindergarten - es war viel zu tun. Ich war auch in den Schulen und habe die Kommunionkinder unterrichtet", erzählt Ottenberg, der die Seelsorge noch nicht ganz an den Nagel gehängt hat: "Ich mache noch Krankenbesuche und Begräbnisse, und lese manchamal auch noch Messen", verrät er.

Zu seinem Jubiläum ist auch seine langjährige Gemeindereferentin und jetzige Haushälterin Therese Duschl (88) gekommen. "Ich kenne ihn seit 50 Jahren. Als Chef war er tipptopp und immer ehrlich", findet sie. Im Haushalt helfe sie aber nur aus. Sie sei mehr für die Korrespondenz zuständig.

Auch Raimund Gaidezka, der mit ihm studiert hat, dann aber Leiter der Kolpingschule wurde, findet nur lobende Worte: "Er war als Pastor immer unendlich geduldig und hat zugehört", erinnert er sich.

Am Sonntag, 19. Juli, feiert die Gemeinde ab 10 Uhr erst die Messe, dann den Pfarrer in Sankt Marien, Gerresheimer Straße 223.

Quelle: RP
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