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RP-Serie Mein Schutzmann Teil 5
Guter und böser Polizist in einer Person

RP-Serie Mein Schutzmann Teil 5: Guter und böser Polizist in einer Person
Rainer Schulenberg ist seit 2014 Bezirksdienstbeamter im Haaner Westen. FOTO: Stephan Köhlen
Hilden. Rainer Schulenberg ist Bezirksdienstbeamter im Haaner Westen. Das ist sein Traumjob, wie er selber sagt. Dabei hat er schon vielfältige Erfahrungen gesammelt, war Taucher bei der Bundespolizei und in einer Düsseldorfer Spezialeinheit. Von Michael Kremer

Abtauchen war früher. Heute sucht Rainer Schulenberg als Bezirksdienstbeamter der Polizei den Kontakt zu den Bewohnern im Haaner Westen auf festem Erdboden. Für diesen Bereich ist der verheiratete Vater von drei Kindern seit 2014 zuständig.

"Ich bin dort der Ansprechpartner in allen Belangen", beschreibt der 55-Jährige seine Tätigkeit. Gewissermaßen sei er der gute und der böse Polizist in einer Person. Auch das mache für ihn den Reiz seiner vielfältigen Aufgaben aus. "Es ist schon fast ein Traumjob bei der Polizei", sagt er. Aber eigentlich ist es einer von vielen Traumjobs, die ich bisher bei der Polizei gemacht habe", räumt Schulenberg ein.

1981 hat er bei der Polizei angefangen - bei der Bundespolizei im Hamburger Raum. Die hieß damals noch Bundesgrenzschutz. Acht Jahre war er dort als Taucher tätig und hat unter anderem nach Kampfstoffen gesucht. Über Wuppertal ist er schließlich in Düsseldorf angekommen, wo er 17 Jahre in einer Spezialeinheit eingesetzt wurde. Dort wäre er gerne länger geblieben. Mit Erreichen der Altersgrenze musste er jedoch die Einheit wechseln.

Mittlerweile sieht der in Burgsteinfurt geborene Polizist die zwangsweise Versetzung mit anderen Augen. "Gute Weiterverwendungen gibt es nicht wie Sand am Meer", räumt er ein. Insofern habe er es mit seiner Beschäftigung im Bezirksdienst sehr gut getroffen. Die neue Aufgabe habe ihm geholfen, mit seinem früheren Leben bei der Polizei abzuschließen. Er sieht das inzwischen ganz pragmatisch: "Neue Aufgabe, neu fokussiert - fertig." Dieses pragmatische Denken und Handeln schätzt auch Norbert Augustin an dem Polizisten. Augustin ist Obergerichtsvollzieher, wohnt im Haaner Westen und kennt Schulenberg beruflich. "Wir haben ein schönes Verhältnis, und ich schätze ihn sehr", sagt Augustin.

Als freundlich und zuvorkommend beschreibt er den 55-Jährigen. Vor allem schätzt er an ihm die unkomplizierte Zusammenarbeit: "Wir lassen uns die Infos auf kurzem Weg gegenseitig zukommen - in Haan kennt und hilft man sich eben", sagt der Obergerichtsvollzieher. Deshalb hat er auch nur einen Wunsch bezüglich der Zusammenarbeit mit Schulenberg: "Er soll so bleiben wie er ist." Da kann ihn der Bezirksdienstbeamte beruhigen, an seinen Prinzipien will er weiter festhalten. "Ich versuche, immer freundlich zu bleiben", sagt Schulenberg. Als guter und als böser Polizist. "Ich bin beides gerne", sagt er: Der Schutzmann an der Ecke, der für alle ein offenes Ohr hat und hilft, wo er kann. Aber auch der Polizist, dessen Erscheinen mit Repressalien verbunden ist, wenn er beispielsweise Haftbefehle ausführen muss. "Als Bezirksdienstbeamter kann ich mir die Zeit für Menschlichkeit nehmen und auch bei Negativem empathisch sein."

Quelle: RP
 
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