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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Haaner Jugendliche müssen sich einmischen

Hilden. Innerhalb kurzer Zeit gab es jetzt schon mehrere Gelegenheiten zur Mitsprache, die Jugendliche in Haan ungenutzt verstreichen ließen. Unverständlich - und auch gefährlich. Von Alexandra Rüttgen

Man muss Jugendliche abholen, wo sie stehen", so lautet ein zurzeit gebetsmühlenartig zitierter pädagogischer Leitsatz. Doch wer sich immer dort abholen lässt, wo er gerade steht, der verlernt, sich selbst zu bewegen. Und genau das sollten die Jugendlichen in Haan tun. Dass sich zur Spielflächenplanung mit der Stadtverwaltung kein einziger interessierter junger Mensch eingefunden hat, ist leider kein Einzelfall. Auch zu anderen, ähnlichen Gelegenheiten (Jugendcafé) war die Teilnehmerzahl bereits erschreckend gering. In diese Betrachtung muss eingeschlossen werden, dass für die Wahl des aktuell amtierenden Jugendparlaments nur mit Mühe und Not die erforderliche Zahl an Kandidaten versammelt werden konnte. Dabei gibt es mit dem Haaner Jugendparlament ein Gremium, das sich an einer wichtigen Schnittstelle zwischen Jugend und Politik bewegt. Und es wird gehört!

Nun ist das politische Geschäft, zumal in Haan, zäh und keinesfalls ein Zuckerschlecken. Aber zum Leben gehört eben auch, sich durch Saures und Bitteres durchzubeißen. Klingt nach den Weisheiten der Eltern und Großeltern, ist aber wahr. Es kann nicht immer alles nur Spaß machen. Die dabei viel beschworene Erklärung, die Jugendlichen hätten von den Terminen nichts gewusst, ist verwunderlich. Allein die Facebook-Seite des Jugendparlaments wird gut gepflegt, ist immer aktuell und informiert umfassend. Wer wissen will, der kann wissen. Oder anders ausgedrückt: Information ist nicht immer nur die Bringschuld der anderen. Information ist auch eine eigene Holschuld. Das alles ist so schade, weil die Jugendlichen selbst sich in Haan doch ein Mitspracherecht wünschen. Umso unverständlicher ist ihre scheinbare Teilnahmslosigkeit. Und sie ist gefährlich, denn je mehr ungenutzte Chancen verstreichen, desto weniger davon werden dieser Zielgruppe noch gegeben. Die Politiker können sich dann getrost zurücklehnen und die Stadt nach ihren eigenen Maßstäben gestalten. Schon jetzt beklagen junge Familien, dass Stadtplanung in Deutschland zu stark die Interessen älterer Menschen berücksichtigt. Senioren haben eine stärkere, wortgewaltige Lobby. Die Stimme der Jugend darf dabei nicht untergehen. Also bitte aufraffen. Sich bewegen. Sich informieren. Neugierig bleiben. Und sich einmischen. Das ist jetzt gefordert.

Quelle: RP
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