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Hilden
Hauptschule wird Kindertagesstätte

Hilden: Hauptschule wird Kindertagesstätte
Jetzt geht's los, freuen sich Rainer Hack, Reinhard Gatzke, Andrea Funke, Hans-Werner Schneller und Franz Weinelt (v.l.). FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Für 4,2 Millionen Euro entstehen 105 Kindergartenplätze. In einem Jahr wollen die "Nordlichter" einziehen. Von Christoph Schmidt

Die Theodor-Heuss-Schule ist vor einigen Tagen geschlossen worden - für immer. Hildens letzte Hauptschule ist damit Geschichte. Im alten Schulgebäude wimmelt es jetzt nur so vor Handwerkern. In den vorderen Teil an der Furtwänglerstraße zieht die Volkshochschule ein. Zwei Blocks im hinteren Teil werden in einen Großkindergarten für sechs Gruppen umgebaut. Der Zeitplan ist sehr sportlich. Schon in einem Jahr, im August 2017, soll die inklusive Kita "Nordlichter" die Arbeit aufnehmen. "Bei der Versorgung der Kinder unter drei gehört Hilden zu den Top Ten in NRW", sagt Jugenddezernent Reinhard Gatzke: "Wir haben eine sehr hohe Nachfrage. Deshalb ist jeder Kita-Platz in Hilden besetzt."

Nur mit Hilfe von Überbelegungen könne die Stadt den Rechtsanspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz für ihr Kind einlösen. Die neue Groß-Kita soll Entlastung bringen. 4,2 Millionen Euro wird der Umbau kosten, mit 854.000 Euro beteiligt sich das Land. Der Stadt sei es gelungen, gleich zweimal einen Zuschuss vom Landschaftsverband Rheinland zu erhalten, freut sich Gatzke. In unmittelbarer Nähe liegen ein Sportplatz, die alte Schulturnhalle und das städtischen Jugendzentrum Area 51. "Bessere Rahmenbedingungen gibt es nicht", ist der Jugenddezernent überzeugt.

Die Schulgebäude aus den 1960er Jahren sind in Beton-Skelettbauweise errichtet worden, erläutert Architekt Reinhold Scheer: "Innen gibt es keine tragenden Wände. Deshalb ist eine Nutzungsänderung mit geringen Kosten möglich." Der Umbau sei wirtschaftlicher als ein Neubau. Die Innenräume werden entkernt und zwei alte Schulpavillons zu einem Gebäude von rund 70 Meter Länge und drei Ebenen miteinander verbunden. Die neue Einrichtung wird 32 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 73 Plätze für Drei- bis Sechsjährige bereitstellen.

Träger der neuen Einrichtung wird die Freizeitgemeinschaft für Behinderte und Nichtbehinderte, hat der Stadtrat beschlossen. Weil der gemeinnützige Verein sehr viel Erfahrung mit Inklusion hat und bereits zwei Kitas betreibt, in der Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam betreut werden. "Wir schaffen 25 neue Arbeitsplätze", erläuterte Vorsitzender Rainer Hack: "Jeder neue Mitarbeiter muss eine medizinisch-pädagogische Fortbildung nachweisen." Ein Personalmanagement werde sicherstellen, dass die Kinder in allen drei Kitas "zu jedem Zeitpunkt" betreut werden können. Die neue Kita "Nordlichter" wird die pädagogischen Schwerpunkte "Inklusion", "Bewegung" und "Naturpädagogik" anbieten. Dafür werden auch die Außenanlagen entsprechend hergerichtet, erläutert Landschaftarchitekt Heinz-Werner Neitzel: "Alle Spielgeräte können sowohl von behinderten und nichtbehinderten Kindern genutzt werden."

Vorgesehen sind unter anderem eine mobile Holzbaustelle, eine Wassermatschanlage, Weidentipi, Niedrigseilgarten und Obst- und Gemüsebeete. Für die Inneneinrichtung stellt die Stadt dem Verein 377.000 Euro zur Verfügung, so Andrea Funke, Teamleitung Kindertageseinrichtungen im städtischen Jugendamt. "Wir haben Glück gehabt, dass wir das alte Schulgebäude teilweise umbauen können", betont Hans-Werner Schneller, Vorsitzender des Jugenhilfeausschusses. Es habe Diskussionen über das Projekt gegeben, weil wegen maroder Kanäle und Lüftungsanlage die Kosten von geschätzt 3,1 auf schließlich 4,2 Millionen stiegen: "Aber nur von wenigen: Der Beschluss ist einstimmig gefasst worden."

Quelle: RP
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