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Hilden
Haus-Projekt braucht mehr Zeit

Hilden: Haus-Projekt braucht mehr Zeit
Hilden. WGH-Geschäftsführer kann nicht versprechen, dass der Bau Lindenstraße noch dieses Jahr beginnt. Von Christoph Schmidt

Bis zu 125 Wohnungen sollen nach und nach auf dem Gelände der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule entstehen. Sieben Jahre lang hat die Politik über das größte kommunale Bauprojekt diskutiert und gestritten. Immer wieder gibt es Probleme und Verzögerungen. So auch jetzt wieder. Für sieben Grundstücke an der Lindenstraße besteht längst Baurecht. Schon vor knapp einem Jahr sollten sie vermarktet werden. Dennoch wurde die Stadt das Bauland nicht los - obwohl sich 123 Familien in eine Interessentenlisten eingetragen hatten. Am Ende blieben nur fünf ernsthafte Bewerber übrig. Die Erwerber wollten sich einfach nicht zu einer Bauherrengemeinschaft zusammenschließen. Die kostensparende Idee von Rat und Verwaltung fand keinen Anklang. Deshalb hat jetzt die städtische Wohnungsbaugesellschaft Hilden (WGH) die sieben Grundstücke gekauft, um sie zu bebauen. Wann kommen die Häuser denn auf den Markt, fragen sich interessierte Hildener. Geschäftsführer Andre von Kielpinski-Manteuffel mag sich nicht festlegen: "Wir sind in der Vorplanung und bestrebt, so schnell wie möglich zu bauen, versprechen kann ich es nicht." Wo liegt das Problem? Zum einen in der Aufgabe, zum zweiten ist Manteuffel zurzeit wohl auch überlastet. Die Aufgabe: Die Politik will auf dem städtischen Areal "bezahlbare" Wohnungen schaffen. Das ist einfacher gesagt als getan. Denn der Rat hat zahlreiche Vorgaben gemacht. So ist der Preis der Grundstücke (130 bis 177 Quadratmeter) festgelegt: 400 Euro/Quadratmeter. Das entspricht dem Bodenrichtwert. Auch der Bau-Standard der Eigenheime (Passivhaus) ist vorgegeben, aber nicht bestimmte Gebäudetypen oder Bauweisen. "Deshalb muss die Planung für die ersten sieben Reihenhäuser bei Null anfangen", erläutert WGH-Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Scholz: "Es gibt weder einen Plan, wie die Häuser aussehen sollen, noch eine Kostenschätzung." Manteuffel muss erst einen Architekten finden, der einen Entwurf liefert, und dann einen Generalunternehmer, der die Häuser für die WGH günstig errichtet. Der Stadtrat hat auch festgelegt, wer die Reihenhäuser kaufen darf. Bewerben dürfen sich nur Hildener. Es gibt einen Kriterienkatalog. Entscheidend wird auch sein, wer überhaupt den geforderten Kaufpreis zahlen kann.

Kielpinski-Manteuffel ist nicht nur seit 1. Januar Geschäftsführer der WGH, sondern auch noch von zwei weiteren städtischen Gesellschaften (Grundstücksgesellschaft der Stadtwerke und Infrastrukturgesellschaft). Viel Einarbeitungszeit blieb dem Architekten und Immobilienökonom nicht. Er musste direkt ins kalte Wasser springen und dazu noch einen Mitarbeiterstab aufbauen.

Quelle: RP
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