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Hilden
"Helmholtz-Köpfe" entzaubern Fakten

Hilden: "Helmholtz-Köpfe" entzaubern Fakten
FOTO: Helmholtz-Gymnasium
Hilden. Die facettenreiche Literaturkursshow des Helmholtz-Gymnasiums mischte Anspruch mit Humor. Von Kendra Hinnenthal

Die Jugend von heute ist so flach wie ihr Smartphone? - Im Gegenteil! Die "Helmholtzköpfe" faszinierten das Publikum mit gesellschaftspolitischer Satire und kritischer Selbstreflexion - die facettenreiche Literaturkursshow des Helmholtz-Gymnasiums mischte Anspruch mit Humor. In der kurzweiligen Revue "Erzauberte Fakten - Hokuspokus im Fokus" zeigte der Kurs eigene Filme, Satireszenen und Schwarzlichttheater zur Wahrnehmung der Wirklichkeit im "postfaktischen" Zeitalter.

Productplacement im Unterricht? Nicht nur diese Lösung der Finanzierung des Bildungssystems wurde provokant und witzig auf die Bühne gebracht. In der sketchartigen Darbietung "Transparenz mit Konsequenz" zur Datenerfassung für die Krankenkassen entwarfen die Schauspieler in humoristischer Weise - speziell Lino Stahl als greise Nervensäge und Sophia Hüffmeier als strenge Ärztin - eine Zukunftsvision, die vielleicht gar nicht so weit entfernt ist. Auch die Manipulation der öffentlichen Meinung in sozialen Medien stellten die Schüler scharfsinnig und treffend zur Schau und erfanden dafür einen "Wahlgorithmus". Den Bezug zu Donald Trump bot ein Startup-Unternehmen für Präsidenten-Fanartikel, das Gianluca Cavallo mit seinem besonderen komödiantischen Talent vorführte (zum Beispiel fiktive Produkte wie die goldene Klobürste aus Echthaar: "Make the toilet white again"). "Ich war überwältigt von den vielen tollen Rückmeldungen zu unserer Show", schwärmt der junge Mime und stellt daraufhin sogar berufliche Überlegungen an. Max Pfeil ergänzt zu dem großen Erfolg: "Es war eine unbeschreiblich gute Erfahrung, die einem auch im Leben hilft, extrovertierter zu sein." Die Filmbeiträge wie "Emoji-Rückübersetzer" erzielten große Wirkung und lautes Lachen und beeindruckten durch die Qualität künstlerischer Effekte. Bemerkenswert war auch die selbstironische Sicht der Jugend auf das allgegenwärtige Handy. Das in Manie endende permanente Liking/Disliking wurde im Film "Bewertungsbewerter" bis ins Absurde gesteigert: Jeder fotografiert jeden beim Fotografieren! Als Finale der Revue dienten "Schwarzlichtige Illusionen", die in ihrer ganz besonderen Magie das Motto des Abends verbildlichten. Neben dem inhaltlichen Niveau ist der pädagogische Wert eines Jahres der Vorbereitung hervorzuheben. Und kaum ein Urteil könnte die Arbeit der Kursleiterin Verena Wilkes mehr bestätigen als das der Schüler am Ende: "Das haben wir noch nie erlebt, so ein Teamwork mit so viel Motivation und Power."

Quelle: RP
 
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