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Hilden
Helmholtz-Schüler lernen Zivilcourage

Hilden: Helmholtz-Schüler lernen Zivilcourage
FOTO: Stadt Hilden
Hilden. Zehn Klassen des städtischen Gymnasiums haben aktuell ganz besondere Themen auf dem Lehrplan.

Seit rund 15 Jahren macht sich das Amt für Jugend, Schule und Sport in den Hildener Schulen für das Thema Gewaltprävention stark. Am Helmholtz-Gymnasium Hilden ist deshalb aktuell die Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück mit drei Projekten zu Gast. Sie zeigt "Natürlich bin ich stark" für die Jahrgangstufe sechs, "Dreist" für die Siebtklässler und "Ein Tritt ins Glück" für Jugendliche, die die achte Klasse besuchen.

Die Klassen 7a, b und c haben sich mit dem Thema Zivilcourage befasst. Dafür hat die Rheinbahn einen Linienbus samt Fahrer zur Verfügung gestellt. "Pöbeleien, Gewalt und sogar Schlägereien sind leider keine Seltenheit in öffentlichen Verkehrsmitteln", erklärt die Theaterpädagogin Stefanie Steinbrink. "Wichtig ist, dass die Kinder wissen, wie sie sich und andere schützen können."

Hierzu spielt sie mit ihren zwei Kollegen Szenen aus dem Alltag nach: Eine junge Frau beleidigt und provoziert einen Gleichaltrigen, zwei betrunkene Jugendliche bedrängen ein Mädchen, das Kopftuch trägt. Im Anschluss haben die Schüler die Möglichkeit, einzugreifen und verschiedene Handlungsalternativen auszuprobieren.

"Das kostet Überwindung", berichtet Markus Brockmeyer von der theaterpädagogischen Werkstatt. "Niemand will in einer bedrohlichen Situation gerne im Mittelpunkt stehen." Finn und Alexander, beide 12 Jahre alt, fassen sich trotzdem ein Herz und lotsen das Opfer zu sich, während ihre Schulkameradinnen den Busfahrer informieren. "Es ist immer leichter zu helfen, wenn man selbst nicht allein ist", erläutert Finn. Alexander ergänzt: "Im Zweifelsfall würde ich die Polizei anrufen."

Markus Brockmeyer ist mit den Reaktionen zufrieden: "Damit die helfenden Personen nicht selbst in Bedrängnis kommen, sollen sie sich um die Leittragenden kümmern und die Täter links liegen lassen." Brockmeyer nennt das "opferorientiertes Handeln". Der Busfahrer sei zudem ein natürlicher Verbündeter. Michael Wodicka, Bus- und Straßenbahnfahrer der Rheinbahn, erklärt: "Wir werden auf solche Situationen vorbereitet. Bei Bedarf kann ich zum Beispiel von meinem Hausrecht Gebrauch machen. Wenn die Unruhestifter das Fahrzeug nicht freiwillig verlassen, kontaktiere ich die Polizei oder löse den stillen Alarm aus. Der informiert dann unauffällig die Leitzentrale." Wodicka bestätigt: "Die Szenen sind aus dem wahren Leben gegriffen."

Genau das war der Wunsch von Catharina Giesler, stellvertretende Leiterin der städtischen Jugendförderung: "Dadurch, dass das Projekt im Bus und nicht im Klassenzimmer stattfindet, ist es viel näher an der Realität der Kinder und Jugendlichen." Sie ist überzeugt: "Die verschiedenen Maßnahmen und Projekte zum Thema Prävention wirken nach." Laura beispielweise hat bei einem früheren Theaterprojekt gelernt, sich auf den Platz am Gang zu setzen. "So kann ich im Notfall fliehen", erklärt die 13-Jährige. Laura und ihre Mitschüler nehmen aus der Veranstaltung viele neue Erfahrungen, Hilfestellungen und Tipps mit, die sie für alltägliche Gewaltsituationen wappnen.

Quelle: RP
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