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Hilden
"Helmholtzköpfe" sind wieder bissig

Hilden: "Helmholtzköpfe" sind wieder bissig
Ganz schön böse: Atommüll als Unesco-Weltkulturerbe. FOTO: Helmholtz
Hilden. Politische Satire und Filmproduktion - normal an Schulen? Keinesfalls. Eher eine Seltenheit. Nicht aber am Helmholtz-Gymnasium. Von Catharina Sichert

Die "Helmholtzköpfe" präsentierten ein abwechslungsreiches und zugleich anspruchsvolles Programm unter dem Motto: "Donnerwetter und Geistesblitze". Etwa Politikercasting für Schuldenstaaten": Zeus, Aphrodite und "Herpes" suchten aus einer illustren Mischung gestrandeter, bizarrer Gestalten neue Regierungsmitglieder aus. Köche boten beispielsweise an, zur Rettung Griechenlands ein Verfassungsgericht und im schlimmsten Fall eine Henkersmahlzeit zu kochen.

Überhaupt ging es auf der Bühne sehr politisch zu. Ladies im Tigerpelz gingen auf Kreuzfahrt der "MS Europa Flüchtlingswatching". So lustig und wortwitzig manche Szene war, so makaber-schaurig war die Konfrontation der Flüchtlinge mit den Spaß-Urlaubern, die sich über Hundepsychologen austauschten und mit den Schiffbrüchigen einen grotesken Prä-Asyl-Integrationskurs durchführten. Besonders beachtlich dabei: Der Sologesang von Katinka Reineke, der in treffenden Worten unter die Haut ging. Auch weitere aktuelle Themen wurden auf scharfsinnige Weise satirisch und filmisch verarbeitet. Zu sehen waren realistisch wirkende Impressionen eines Atommülllagers aus eigener Filmproduktion. Schließlich wurde der Atommüll auf der Bühne bombastisch zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt.

Darüber hinaus bekam Philosophisches seinen Platz: In sehr unterhaltsamen Kurz- und Trickfilmen wie "Mit anderen Augen gesehen", in denen die Schüler geistreiche Ideen technisch geschickt umsetzten. Zwei Stunden wurde auf der Bühne leidenschaftlich gespielt, getanzt, gerappt, gesungen und Filmisches vorgeführt. Dabei fielen auch einige besonders wandelbare Schauspieltalente - wie Atché Nivain - auf, die sich sogar trauten, sehr exzentrische Figuren zu verkörpern. Die große Vielfalt wurde durch eine wirkungsvolle Schwarzlicht-Choreographie abgerundet, bei der alle Schüler das Publikum mit witzigen Details und artistischen Fähigkeiten gemeinschaftlich beeindruckten. Das gesamte Programm hatten die Literaturkurs-Schüler selbst geschrieben und produziert. Während des langen Applauses bedankten sich die Schüler begeistert bei ihrer Lehrerin Verena Wilkes "für ihre außergewöhnliche Energie" während des Jahres.

Quelle: RP
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