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Hilden
Herrensitzung: Wo man noch Mann sein darf

Hilden: Herrensitzung: Wo man noch Mann sein darf
Micky Nauber, Sänger der "Domstürmer", zeigt auf der Bühne der Hildener Stadthalle, was Sache ist. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Die Session erreicht ihren Höhepunkt: Auf welcher Sitzung wird am meisten gelacht, am besten geschlemmt, am ausdauerndsten geschunkelt? Wir vergeben Narrenkappen - fünf sind die Bestnote, eine steht für "so lala". Von Merlin Bartel

Eine ausverkaufte Stadthalle voller feierlustiger Männer, dazu Unmengen an Bier, ein leicht bekleidetes Nummerngirl sowie ein buntes Programm über knapp vier Stunden: Das ist die Hildener Herrensitzung, zu der traditionell die Narrenakademie und die Musketiere gemeinsam einladen. Die RP war bei der Herrensitzung und hat dabei einige Aspekte unter die Lupe genommen. Diese können pro Kategorie mit maximal fünf Narrenkappen bewertet werden.

Essen/Trinken Bei der Herrensitzung wurde ausreichend fürs allgemeine Wohl gesorgt. Dabei war keine kulinarische Exotik nötig: dick belegte Brötchen mit Zwiebelmett, Schinken oder Käse sowie Frikadellen und Mettwürste fanden an allen Tischen große Nachfrage und bildeten eine deftig-kräftige Grundlage für den Alkohol. Ausgeschenkt wurde Füchschen-Alt aus kleinen Fässern, die auf allen Tischen verteilt standen. Klarer Vorteil: Der Catering-Service sorgte bei leeren Fässern schnell für Nachschub, so dass die Männer weiterhin dem Programm folgen konnten. Deshalb unsere Bewertung:

Stimmung Anders als beim Straßenkarneval war nur etwa die Hälfte der Gäste verkleidet - immerhin eine Steigerung zu den Vorjahren. Außerdem sorgten viele mit ihren Kostümen für gute Laune: ob als Hippie, Minion, Pirat oder in Lederhose. Zudem wurde an einigen Stellen eifrig mitgeschunkelt, gesungen und geklatscht - dennoch wurde die meiste Zeit über gesessen.

Programm Das Programm bot den Männern alles, was das Herz begehrt: Tanzeinlagen, derber Humor und Musik. Besonders gefeiert wurden die Damen der Prinzengarde Rot-Weiß Düsseldorf. Die Domstürmer, Cat Ballou und Querbeat sorgten für karnevalistische Klänge aus Kölle, während der Tulpenheini und Fritz Schopps mit ihren Büttenreden für Gelächter sorgten. Gejohlt wurde bei jedem Auftritt des beliebten Nummerngirls. Daher unsere Bewertung:

Dekoration Deko? Fehlanzeige. Vermeintlich überflüssigen Chi-Chi brauchen echte Kerle wohl nicht. Aber die Bierfässer reichten den Herren auch völlig als Tischverzierung aus. Dafür gab es eine riesige Leinwand hinter der Bühne, auf der die Silhouetten von Hilden, Düsseldorf und Köln sowie passende Bilder zum Karneval zu sehen waren. Aufgrund der schlichten Raumgestaltung gibt es von uns zwei Narrenkappen.

Preis-Leistung Die Karten der Herrensitzung kosten 27 Euro. Dafür gab es aber auch mehrere Stunden lang gute Unterhaltung. Reden und lachen mit den Kumpeln inklusive. Deshalb unsere Bewertung: Drei Narrenkappen.

Auffällig war ebenfalls, dass die zahlreichen Raucher eine ständige Fluktuation im Saal erzeugten. Neben dem Haupteingang gab es eine Terrasse für die Raucher, die rege genutzt wurde. Das führte allerdings dazu, dass die Türen des Saales durchgängig offen waren, um das Rein- und Rausgehen zu ermöglichen. Dadurch gab es an den weniger spannenden Stellen der Sitzung eine gewisse Unruhe in der Stadthalle. Obwohl die Mehrheit der Männer die aufgestellten Mülleimer nutzte, lagen außerdem vor beiden Türen Zigarettenstummel herum.

Trotzdem blieben die Herren bei den Highlights des Programms brav sitzen: darunter ganz klar der "Tulpenheini" Roland Paquot. Der belgische Büttenredner bekam für seine Witze über Frauen großen Beifall. Der beste Witz: "Was haben Frauen und Handgranaten gemeinsam? Ziehst du den Ring ab, ist das Haus weg."

Quelle: RP
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