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Hilden
Ärzte streiten: Wohin mit kranken Kindern?

Hilden: Ärzte streiten: Wohin mit kranken Kindern?
Obmann und Kinderarzt Holger Muscheid kündigt Protest gegen die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung an. FOTO: RALPH MATZERATH
Hilden. Eltern mit kranken Kindern haben im Südkreis Mettmann ab heute ein Problem. Wo sollen sie hin, wenn die Kinderarztpraxis schon geschlossen hat? Die Kinderärzte aus dem Südkreis weigern sich, Notdienst in ihren eigenen Praxen zu machen. Von Christoph Schmidt

Die Notfallpraxis Hilden im Mediplus neben dem Krankenhaus (zuständig für Hilden, Haan und Erkrath) ist seit Sonntag geschlossen. Und ob es im Südkreis einen kinderärztlichen Notdienst gibt, ist - zumindest zurzeit - noch offen. Denn der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und die niedergelassenen Ärzte im Südkreis streiten schon seit Wochen erbittert. Die KV hat die Notfallpraxis Langenfeld am Martinus-Krankenhaus zum 1. Februar übernommen. Die Kinderärzte sollen jetzt ihren Notdienst in den eigenen Praxen durchführen. Das werden sie nicht tun, erklärt ihr Obmann Dr. Holger Muscheid klipp und klar: "Wir weigern uns."

Warum? In der Notdienstverordnung sei festgelegt, dass der Notdienst in einer Notdienstpraxis zu leisten ist, wenn eine solche vorhanden sei. Das sei in Langenfeld der Fall. Den Kinderärzten im Südkreis sei erst am 26. Januar von der Kassenärztlichen Vereinigung mitgeteilt worden, dass sie den Notdienst in ihren Praxen machen sollen: "Das können wir so schnell nicht bewerkstelligen. Eltern mit kranken Kindern kann nicht zugemutet werden, sich einen diensthabenden Kinderarzt zu suchen. Das ist dem KV-Vorstand offenbar egal."

Am Mittwoch um 16 Uhr werden die eingeteilten Kinderärzte zum Notdienst in der kinderärztlichen Notfallpraxis in Langenfeld antreten und sehen, ob die KV sie einlässt. "Wenn nicht, klagen wir", sagt ihr Obmann: "Wir haben einen genehmigten Notdienstplan. Der KV-Vorstand hat sich widerrechtlich darüber hinweggesetzt."

Wohin können sich Eltern mit kranken Kindern nach Dienstschluss wenden?

Beispielsweise an die Notfallpraxis Langenfeld (Klosterstraße 32 am St. Martinus-Krankenhaus, Tel. 02173 90 99 99. Geöffnet: Mo, Di, Do: 19-23 Uhr Mi und Fr: 16-23 Uhr Sa, So, Feiertag: 8-23 Uhr). Dort werden auch kranke Kinder behandelt, es gibt aber keine speziellen Kinderärzte. Nach der Schließung der Notfallpraxis Hilden wird es dort sicher voll werden. Patienten müssen mit längeren Wartezeiten rechnen. Die Kassenärztliche Vereinigung verweist kranke Kinder nach Ratingen und Velbert.

Näher liegen die kinderärztlichen Notfallpraxen Solingen in den Räumen der Zentralen Notfallambulanz des städtischen Klinikums (Gotenstraße 1, Tel 116117. Öffnungszeiten Mi 19-22 Uhr. Fr 16-18 Uhr. Sa, So, Feiertag 9-12 Uhr und 19-22 Uhr) und die Zentrale Notfallpraxis Düsseldorf am Evangelischen Krankenhaus (Kronenstraße 15, Tel. 0211 98675-55. Öffnungszeiten: Mo, Di, Do 20-7 Uhr. Fr 17-7 Uhr. Mi 14-7 Uhr. Sa, So und Feiertage 8-7 Uhr). Achtung: Fachärzte sind nur bis 24Uhr da.

Quelle: RP
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