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Hilden
Hilden braucht zusätzliche Lernpaten

Hilden. Aktuell kümmern sich 39 Ehrenamtler um 85 Schüler. Weitere stehen auf der Warteliste, aber dem Projekt geht das Personal aus. Von Ilka Platzek

Hermann Laufs gehört zu den Lernpaten der ersten Stunde. Bereits 2013 hat der Rentner die Betreuung eines syrischen Jungen übernommen. "Da musste die Sprache von Null aufgebaut werden. Mit ein bis zwei Unterrichtsstunden pro Woche." Laufs hat sich in seine Aufgabe hineingekniet und wurde belohnt: "Ich habe ihn jetzt zum Aufnahmegespräch an der evangelischen Gesamtschule begleitet und der Rektor hat ihn genommen", freut er sich. Außerdem habe man ihn ausdrücklich gebeten, mit dem Kind weiter zu arbeiten. Damit nicht genug: "Ich lese für die ganze Familie die Behördenpost und helfe bei bei der Arbeitssuche." Die syrische Familie ist auf einem guten Weg in Richtung erfolgreiche Integration. Nicht zuletzt wegen des engagierten Lernpaten. Nächstes Wochenende ist er zur Kommunion der beiden Söhne eingeladen.

Sozialdezernent Reinhard Gatzke kommt aus dem Schwärmen gar nicht heraus: Das Projekt Lernpaten ist "ein glänzender Baustein in der Ehrenamtslandschaft mit einer exorbitanten Entwicklung", lobte er gestern in der Stadtbücherei. Hier treffen sich die Hildener Lernpaten einmal im Monat zum Erfahrungsaustausch. Jetzt werden weitere Ehrenamtler gesucht, um alle Kinder, die Hilfe brauchen, zu unterstützen. Nicht zuletzt, weil auch Hilden immer mehr Flüchtlinge und Asylbewerber zu betreuen hat: "Es sind im Moment 312 Personen. 110 davon sind Kinder und Jugendliche."

Das Projekt Lernpaten weist eine beispiellose Erfolgsstory auf: Gegründet 2008 von Gertraude Schaper, konnte diese bis jetzt fast 40 Ehrenamtliche um sich scharen: Erwachsene, die zunächst lernschwachen, schwierigen, jetzt aber immer häufiger ausländischen oder Flüchtlingskindern durch die Schule helfen. 85 Schüler beinahe aller Hildener Schulen werden liebevoll und langfristig im Verhältnis 1:1 betreut. Weitere Schüler stehen auf der Warteliste der Projektgründerin, "aber ich habe keinen, den ich da hinschicken kann." Genommen wird grundsätzlich jeder, der genügend Zeit hat, sich regelmäßig und langfristig um die ihm anvertrauten Kinder zu kümmern. Das sind Rentner, Mütter und immer wieder auch Studenten. Pädagogische Kenntnisse brauchen sie nicht, nur ein polizeiliches Führungszeugnis und die Bereitschaft, sich an die Spielregeln zu halten. Die besagen, dass die Paten "ihre" Kinder nur ein bis zwei Mal pro Woche in der Schule unterrichten und nie mit ihnen Auto fahren. Wir lassen die Lernpaten ja auf die Kinder los", sagt Schaper unmissverständlich. Sie will kein Risiko eingehen und hat auch schon Interessenten abgelehnt.

Wer genommen wir, hospitiert erst einmal bei erfahrenen Lernpaten. Außerdem gibt es Tipps von den Fachlehrern, wo es bei wem hakt und welche Lehrbücher/Übungen sich anbieten. Interessenten können sich an traudeschapers @lernpaten-Hilden.de oder ihre Stellvertreterin Birgit Halfkann 02103 72311 wenden.

Quelle: RP
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