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Hilden
Hilden fehlt Wohn- und Parkraum

Hilden: Hilden fehlt Wohn- und Parkraum
"Wir brauchen mehr Eventcharakter für den Wochenmarkt", meint Michael Deprez (rechts). FOTO: Matzerath
Hilden. Bei der Mobilen Chefredaktion legten RP-Leser und Stadträte den Finger in die Wunde. Es kam auch Lob für die Stadt. Von Gökçen Stenzel

Die Themen Wohnen, Bauen, Parken, Wochenmarkt und Brauchtum kamen bei der Mobilen Chefredaktion zur Sprache, bei der Stefan Weigel auch für Kritik an der RP und Fragen zur Verfügung stand.

Der stellvertretende Chefredakteur stieg beim Bau-Thema direkt ein: Warum Hilden nicht wie andere Städte auch in die Höhe baue, also draufsattele auf Bestehendes? Das bringe Probleme, weil die Häuser dann Aufzüge bräuchten, die teuer im Betrieb seien, lautete die Antwort von Bürgermeisterin Birgit Alkenings. "Wir brauchen aber bezahlbare Wohnungen für junge Familien, die sonst weg- oder nicht herziehen." Dabei sei die derzeit diskutierte Fläche am Schalbruch eine Möglichkeit. Dort könne Hilden Baurecht schaffen, so wie Solingen es soeben für die Stadionfläche in Ohligs gemacht hat. Die Bebauung des Spielplatzes Bruchhauser Kamp ruhe hingegen, erklärte Claudia Schlottmann (CDU), "weil wir erst abwarten wollen, wie sich die beschlossenen Bauprojekte auswirken".

Der Nachweis von Stellplätzen wird bei jedem Bauprojekt immer schwieriger, da die Flächen fehlten, obwohl etwa ein Drittel der Bevölkerung in der Innenstadt schon jetzt kein Auto hat. Hilden sei wegen seiner kurzen Wege dafür geeignet und "extrem lebenswert", wie eine Teilnehmerin es nannte. "Alle sitzen möglichst draußen, und schöne Geschäfte haben wir auch." Wegziehen komme für sie nicht mehr in Frage, was Rudi Kretschmer genau so sah.

Dazu gehört ein funktionierender Wochenmarkt, der seit Monaten eine neue Satzung bekommen soll. Er soll Gastronomie zulassen, mehr Richtung Eventmarkt gehen und damit am Samstag auch bis in den Nachmittag dauern. "Darüber brüten die Marktbeschicker noch", sagt Volker Hillebrand vom Stadtmarketing, "etliche wollen die Öffnungszeiten nicht verändert wissen." Michael Deprez, der am Nové-Mesto-Platz wohnt: "Ich will einen Eventmarkt samstags, auf dem ich probieren kann und ein Glas Sekt bekomme!" Der Feierabendmarkt in Heiligenhaus hat sich übrigens mit genau einem solchen Konzept etabliert. Deprez, Vorsitzender der Kniebachschiffer zur laufenden Session: "Wir Vereine können die Sitzungen nur noch anbieten, wenn genug Leute kommen." Sonst bleibe man auf den Kosten für die Säle sitzen.

Michael Kleinbongartz vom Industrie-Verein lobte Hilden ebenfalls. Er habe keine Probleme, hier Stellen zu besetzen ("Das ist in Remscheid anders"). Und: Die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten im Ort hat dafür gesorgt, dass ein besonderes Flüchtlingsprojekt starten kann. 16 geprüfte und vorqualifizierte Asylbewerber nehmen in diesen Tagen ihre Jobs in den Unternehmen der Region an.

Quelle: RP
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