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Hilden
Hilden gedenkt der Pogrom-Opfer

Hilden. Am Mittwoch mit Sternengang zum Gedenkstein, Gottesdienst und Konzert.

42 Opfer forderte der Nationalsozialismus in Hilden. Sieben Menschen starben allein in der Pogromnacht 1938 und an deren Folgen. Damit war der 9. November gewalttätiger Höhepunkt der antijüdischen Gräueltaten in Hilden. Im Gedenken an die Ermordeten und in Erinnerung an diese schlimmste Zeit der Hildener Geschichte laden die Evangelische und die Katholische Kirchengemeinde, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und die Stadt Hilden für Mittwoch, 9. November, zu einer zentralen Gedenkveranstaltung ein: "Gerade angesichts aktueller nationalistischer Tendenzen ist es auch 78 Jahre nach der Pogromnacht mehr als wichtig, Stellung gegen den rechten Terror zu beziehen und sich gemeinsam zu erinnern", erklärt Bürgermeisterin Birgit Alkenings.

Zwischen 14.30 und 15 Uhr startet der sternförmige Gang von den Stolpersteinen zum Gedenkstein im Stadtpark. Dort wird die Bürgermeisterin um 16.15 Uhr einen Kranz niederlegen, bevor Pfarrer Michael Füsgen um 17 Uhr in der Reformationskirche einen "Gottesdienst gegen das Vergessen" hält. Gemeinsam erinnern sich die Besucher des Gottesdienstes unter anderem an die Fluchterfahrungen des Hildener Juden Leo Meyer. Die Historikerin Dr. Barbara Suchy hat seine Flucht mit Hilfe vieler Briefe in ihrem 2016 erschienenen Buch "Leo Meyer aus Hilden" eindrücklich nachgezeichnet.

Ab 19 Uhr laden die Musikschule und das Familienbüro Stellwerk zu einem "Konzert zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938" in den Heinrich-Strangmeier-Saal im "Alten Helmholtz". Das Vokalensemble "Voix mixte" der Musikschule Hilden und ein professioneller Sänger bringen jüdische und israelische Lieder und Melodien zu Gehör. Zwischen den Musikstücken tragen Jugendliche ausgewählte Texte vor. Weitere Informationen zum Ablauf unter www.

hilden.de/sterngang.

(ilpl)
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