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Hilden
Hildanus-Lauf steht auf der Kippe

Hilden: Hildanus-Lauf 2017 steht auf der Kippe
FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Neue Sicherheitsauflagen machen den Traditionslauf teurer. Die Haftung ist nicht geklärt. Von Gökçen Stenzel

Die Zukunft von Hildens traditionsreichem "Hildanus-Lauf" ist ungewiss. Nachdem sich im vergangenen Jahr schon ein Finanzierungsproblem angedeutet hatte, steht jetzt fest: Es fehlen mindestens 2000 Euro, um auch die 23. Auflage im September starten lassen zu können. "Wir haben die Anmeldungen online noch nicht freigeschaltet", sagt Florian Frieges von der LG Stadtwerke, die als Unterabteilung des TuS 96 Hilden den Lauf organisiert, "da wir definitiv noch nicht wissen, ob es laufen wird."

In den Vorjahren sind immer 800 bis 950 Teilnehmer am Start gewesen, darunter 600 Kita- und Schulkinder, für die es oft der erste Auftritt in einem Wettkampf ist: Schließlich gehörte der ehemalige Grundschulleiter Wolfgang Kamps zu den Initiatoren des Laufs.

Der Grund für die neue Unsicherheit: Die Beschilderung für die veränderte Verkehrsführung und die Sicherheit der Strecke muss jetzt von einer Fachfirma mit Lizenz aufgestellt und überprüft werden. Das betrifft die Ecke Breddert/Eichelkamp. Oder aber es haftet eine Privatperson aus dem Verein. Erstere Lösung ist teuer, zweite aus anderen Gründen nicht durchführbar: Niemand will dafür haftbar gemacht werden, wenn einem Läufer ein Verkehrsschild auf den Kopf fällt.

Ramon Kimmel vom Vorstand des TuS spricht davon, dass sich die Stadt mit ihrem soeben vorgelegten "Verkehrssicherungsplan" aus ihrer Verantwortung zurückziehe. Enttäuschung schwingt sowohl in Kimmels als auch in Frieges Stimme mit: Viele engagierte Ehrenamtler seien frustriert. Sie fühlten sich von der "Sportstadt" Hilden im Stich gelassen, nachdem auch ein Gespräch mit den verantwortlichen Amtsleitern nichts gebracht habe. Bisher hat die Stadt zwar keinen Zuschuss zu dem Volkslauf gegeben, aber einen "Defizit-Ausgleich" bewilligt, der bei 3000 Euro lag und auch wieder liegen würde. Das Problem: Diese 3000 Euro reichen so gerade, um den Zeitnehmer, die Moderation, die Musik und die Pokale zu bezahlen. Frieges: "Trotz der Startgelder - ohne den Hauptsponsor Stadtwerke wäre längst Schluss." Im Vorjahr habe die Stadt zudem eine nicht angekündigte Rechnung für Sicherungsmaßnahmen gestellt. "Da waren wir am Limit angelangt."

Sönke Eichner, Sportdezernent der Stadt, betont dagegen, dass die Stadt ebenso wie die Vereine den Lauf erhalten will. "Wir sind in Gesprächen darüber, wie wir die Veranstaltung langfristig sichern können." Im Prinzip sei die Lage eine ähnliche wie beim Straßenkarneval: Die Sicherheitsbestimmungen seien nun einmal schärfer als noch vor Jahren, dem müsse die Stadt Rechnung tragen. Apropos Rechnung: Mehr Geld wird die Kommune "bei der schwierigen Haushaltslage" nicht dazu geben, so Eichner. Bei der Suche nach Helfern und Sponsoren könne die Stadt aber durchaus helfen. Auf private Geldgeber hoffen nun alle

Quelle: RP
 
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