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Hilden/Haan
Hilden und Haan haben gutes Wasser

Hilden/Haan: Hilden und Haan haben gutes Wasser
Die Sengbach-Talsperre. FOTO: Miserius
Hilden/Haan. Das Umweltbundesamt warnt vor einer hohen Nitrat-Belastung im Trinkwasser. In Hilden und Haan liegt sie jedoch weit unter den gesetzlichen Grenzwerten, wie eine Nachfrage ergab. Von Christoph Schmidt

Trinkwasser könnte bald deutlich teurer werden, teilt das Umweltbundesamt mit - und zwar um bis zu 45 Prozent. Grund sei die hohe Belastung mit Nitrat. In mehr als einem Viertel der Grundwasserkörper (das sind abgegrenzte Grundwasserbereiche) werde bereits der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten.

Ursache sei das Düngen der Felder mit Gülle oder Mist aus Massentierhaltung oder der Einsatz von Mineraldünger für den Obst- und Gemüseanbau. Die nötige Reinigung und Aufbereitung des Grundwassers geht ins Geld. Auf eine vierköpfige Familie könnten Mehrkosten von bis zu 134 Euro im Jahr zukommen.

Für Hilden und Haan trifft das nicht zu, erläutern die Stadtwerke beider Kommunen. Das hiesige Trinkwasser ist nur gering mit Nitrat belastet: in Haan 13,4, in Hilden 18 Milligramm pro Liter auf. Die Werte liegen damit weit unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert von 50 mg/l. "Bei uns ist alles im grünen Bereich", sagt Haans Stadtwerke-Chef Stefan Chemelli: "Deshalb müssen wir auch nicht den Wasserpreis erhöhen."

Diese Mineralstoffe sind im Wasser FOTO: AP

Die Stadtwerke verteilen Trinkwasser, das aus der Solinger Sengbach-Talsperre gewonnen wird (Härtebereich weich). Sie versorgt die Klingenstadt (160.000 Einwohner) und Haan (30.000 Einwohner) mit Trinkwasser - und im Notfall auch Hilden (56.000 Einwohner). Das Talsperrenwasser wird zum Wasserwerk Glüder der Stadtwerke Solingen transport, dort gereinigt, chloriert und dann an die Haaner Haushalt verteilt.

Warum wird das Wasser chloriert? Weil es sich um Oberflächenwasser handelt, erläutert Norbert Kellner von den Stadtwerken Solingen: "Es wird zum Schutz des Trinkwassers gegen eine mikrobiologische Verunreinigung mit einer geringen Menge Chlordioxid versetzt" - rein zur Vorbeugung. Das beeinträchtige aber nicht den Geschmack und die Güte.

"Viele abgefüllte Edelwässer können dem Solinger Trinkwasser nicht das Wasser reichen", sagt Michael Esser, Leiter des Labors der Stadtwerke Solingen. Rund fünf Millionen Liter Trinkwasser werden Tag für Tag in Hilden verbraucht. Das Rohwasser stammt zu 60 Prozent aus den Grundwasserbrunnen im Bereich Karnap und zu etwa 40 Prozent aus Rheinuferfiltrat, das in Baumberg gefördert wird.

Uferfiltrat ist nicht, wie der Name vermuten lässt, gefiltertes Rheinwasser, sondern Wasser, das vom Bergischen Land durch die Kies- und Sandschichten zum Rhein fließt, dort zu Grundwasser geworden ist und aus etwa 30 Metern Tiefe gefördert wird. Das Grundwasser wird von Kohlensäure befreit, Aktivkohlefilter holen anorganische Stoffe aus dem Wasser heraus.

Die Werte sind ausgewogen. Die einzelnen Parameter bleiben weit unter den Grenzwerten, betont Peter Hof, Center Leiter Netze der Stadtwerke Hilden. "Für Menschen schädlich ist Nitrit. Der Nitritgehalt des Hildener Trinkwassers liegt unter 0,01 mg/l. Das Wasser ist also auch für Babys und Kleinkinder geeignet", betont Stadtwerke-Sprecherin Sabine Müller.

Quelle: RP
 
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