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Illegale Entsorgung
Hilden zählt 20 wilde Müllkippen jedes Jahr

Illegale Entsorgung: Hilden zählt 20 wilde Müllkippen jedes Jahr
Reste einer Renovierung - statt regulär entsorgt wurden sie am Parkplatz Menzelsee abgestellt, wo Markus Jäschke diese Hinterlassenschaft Unbekannter fotografiert hat. FOTO: Nein
Hilden. Illegal entsorgter Müll regt die Hildener auf: Das Ordnungsamt erhält dann Hinweise auf Unrat im Wald und auf Wiesen. Von Alexandra Rüttgen

Das Foto von Oliver Hertrampf zeigt eine beeindruckende Ansicht der jüngsten Müllsünde in Hilden. Auf mehreren Quadratmetern hat ein Unbekannter Reste eines blauen Teppichbodens verstreut - Reste einer Auslegeware, wie sie vielleicht beim Renovieren einer Wohnung entstanden sind. "Jedenfalls liegt die ganze Plörre jetzt an der Pferdewiese hinter dem ehemaligen Lindenhof im Westen", schreibt Hertrampf auf Facebook. Daraufhin meldeten sich auch andere Hildener und beklagten wilde Müllkippen an allen möglichen Orten. Ein Foto von Markus Jäschke zeigt leere Farbeimer am Parkplatz Menzelsee, Rosi Block berichtet von elektronischen Geräten, die nahe der Straße An den Gölden abgelegt wurden, und auch an der Hundewiese im Stadtwald wurde offenbar Müll entsorgt. "Asozial . . . die Strafen sind einfach zu gering, und es werden zu wenige dabei erwischt", schreibt Oliver Hertrampf.

Michael Siebert, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, kann das zu seinem eigenen Leidwesen nur bestätigen. Zwischen 15 und 20-mal im Jahr, so schätzt er, werden dem Ordnungsamt wilde Müllkippen angezeigt. Meistens handelt es sich dabei um Sperrmüll, Möbel, Lampen, Farbtöpfe oder Altpapier. "Wir hatten auch schon mal Fässer mit einer unbekannten Flüssigkeit. Da mussten wir die Feuerwehr und die Umweltbehörde einschalten", erinnert sich Siebert. Das sei aber eher die Ausnahme.

In 95 Prozent der Fälle muss der Zentrale Bauhof der Stadt Hilden den Unrat entsorgen. Das heißt nichts anderes, als dass in 95 Prozent der Fälle der Verursacher nicht festgestellt werden kann. Denn ansonsten wäre er dazu verpflichtet worden, das Gerümpel auf eigene Kosten wieder zu entfernen. Nur selten können die Müllsünder dingfest gemacht werden. "Selbst wenn in dem Abfall Briefe oder Rechnungen mit einer Adresse gefunden werden, heißt das noch lange nicht, dass es sich bei der dem Adressaten auch um den Verursacher handelt", erläutert Siebert.

Es gelte das Verursacherprinzip: Der genannten Person muss erst einmal nachgewiesen werden, dass sie die Umwelt tatsächlich verunreinigt hat. "Wir sind also auf Hinweise angewiesen", appelliert Siebert an wachsame Hildener. Dem Ordnungsamt helfe es, wenn sie sich beispielsweise Kennzeichen notieren. "Einmal, da hatten wir Glück", ergänzt Tobias Schlusche vom Bürgermeisterbüro: "Da hatten wir Bauschutt gefunden, der eindeutig einer Gaststätte zugeordnet werden konnte, weil dort gerade Sanierungsarbeiten liefen."

Nicht die Polizei ahndet laut Sprecherin Nicole Rehmann Müllsünden, sondern das Ordnungsamt. Rechtliche Grundlage bildet dabei das Kreislaufwirtschaftsgesetz, demzufolge das eine Ordnungswidrigkeit ist. Je nach Größe der wilden Müllkippe können sie mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Üblich waren aber in der Vergangenheit Beträge zwischen 50 und 750 Euro.

Geht von dem Müll keine Gefahr aus, kann es einige Zeit dauern, bis der Bauhof ihn entfernt. Denn er macht für die wilden Müllkippen keine Extratouren, sondern steuert sie auf seinen üblichen Routen an. Siebert schüttelt den Kopf: "Ich verstehe nicht, warum die Leute so handeln. Es gibt doch in Hilden genügend Möglichkeiten, seinen Müll legal zu entsorgen."

Quelle: RP
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