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Hilden
Hildener Baby-Begrüßung kommt gut an

Hilden. 90 Prozent der frisch gebackenen Hildener Eltern lassen sich freiwillig vom Jugendamt besuchen. Von Ilka Platzek

"Nachmittags ist sie oft noch unruhig", berichtet Christina Maierhofer vertrauensvoll. Die 30-Jährige hat kürzlich ihr drittes Kind zur Welt gebracht. Heute ist Gerda Eckelt, Sozialarbeiterin beim Jugendamt, zur offiziellen "Baby-Begrüßung" vorbeigekommen.

In Hilden werden alle Neugeborenen von einem Mitarbeiter der Stadt willkommen geheißen. Mit der Einführung der Willkommensbesuche 2007 war Hilden Vorreiter in der Region: Düsseldorf zog ein Jahr später nach Hilden reagierte mit den persönlichen Besuchen auf die sich bundesweit häufenden Fälle von vernachlässigten und misshandelten Kindern. "Der Besuch mit dem Geschenk ist kein Vorwand, um bei Familien in die Ecken zu gucken", sagte Jutta Panke, die Leiterin des Amtes für Jugend, Schule und Sport damals der RP. "Was beim Besuch besprochen wird, hält niemand fest. Wir wollen den Leuten unser Gesicht zeigen und offenlegen, wer hinter den Info-Telefonnummern steckt. Jeder kann mal Hilfe gebrauchen." Christina Maierhofer, die dreifache Muter, weiß den Besuch zu schätzen. "Vorher habe ich gedacht, wenn sich das Jugendamt meldet, will man mir mein Kind wegnehmen. Heute bin ich froh, dass ich meine Ansprechpartnerin bei der Stadt kenne und weiß, dass ich mich bei Fragen an sie wenden kann." Genau darum gehe es auch, bestätigt Sozialarbeiterin Gerda Eckelt: "Uns ist es wichtig, dass die Hildener unser Angebot kennen - und das frühzeitig." Deshalb hat die Stadt eine große Geschenk-Tasche für die jungen Familien vorbereitet: Darin finden sie zum Beispiel das Elternbegleitbuch mit den wichtigsten Telefonnummern und Angeboten der Stadt, Informationsmaterialien zur Schlafsackstunde, zu Kursangeboten und Untersuchungen. Obendrauf gibt es noch eine DVD über die Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr, einen Rauchmelder sowie ein Räppelchen für das Baby. "In dem Paket sind alle Infos gebündelt, die man am Anfang und auch später braucht", bestätigt Maierhofer. "Von der Krabbelgruppe bis zum Kinderarzt."

Der Willkommensbesuch ist ein freiwilliges Angebot der Stadt Hilden. In einem Glückwunschanschreiben der Bürgermeisterin werden alle Eltern darüber informiert. "Jedem ist es freigestellt, den Termin wahrzunehmen - oder eben nicht", erklärt Eckelt. Umso froher ist sie über die Nachfrage: 90 Prozent aller Eltern mit Neugeborenen nehmen den Besuch in Anspruch. Im vergangenen Jahr wurden 400 Besuche gemacht. "In Hilden greifen alle Angebote ineinander", erklärt Eckelt. "Ob das Schwangerschaftsbegleitbuch, die Hilda (Kursangebote für Familien) , das ABC-Wichteln oder die Extraschichten des Familienbüros - immer wird das große Ganze mitgedacht."

Quelle: RP
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