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Hilden/Solingen
Hildener Klinik hofft auf mehr Geburten

Hilden/Solingen. Die Geburtshilfe der Ohligser St.-Lukas-Klinik soll geschlossen werden. Davon könnte Hilden profitieren. Von Christoph Schmidt

508 Kinder erblickten im vergangenen Jahr im Hildener St.-Josefs-Krankenhaus das Licht der Welt - ein Rekord. So viele Kinder wurden zuletzt vor 13 Jahren in Hilden geboren. Es könnten in Zukunft aber noch mehr werden. Denn die Geburtshilfe und Gynäkologie in der St.-Lukas-Klinik in Solingen-Ohligs soll geschlossen werden. Beide Häuser liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt - und gehören zur katholischen Kplus-Gruppe.

Der Krankenhaus-Bedarfsplan NRW sieht den Abbau von 120 Betten vor - für alle drei Solinger Kliniken. In der Lukas-Klinik wurden im vergangenen Jahr 338 Kinder geboren. Zu wenig, sagen die Krankenkassen und sehen dort keinen Bedarf mehr für die beiden Abteilungen. "Wir wollen diese Schließung nicht, aber es liegt nicht mehr in unserer Hand", erklärt Johannes Wecker, Direktor der Lukas-Klinik.

Über das Aus der beiden Abteilungen entscheidet die Bezirksregierung und das Landesgesundheitsministerium. Dort hält man sich noch bedeckt. Inzwischen entwickelt die Hängepartie aber eine Eigendynamik. Am Samstag hat die Lukas-Klinik den Kreißsaal geschlossen - und die Geburtstation bei den Leitstellen der Feuerwehren und Rettungsdienste abgemeldet. "Wegen Personalmangels", bestätigt Kplus-Sprecher Andreas Spiegelhauer. Ein Teil der 32 verunsicherten Mitarbeiter orientiert sich offenbar bereits anders. "Im Pflegebereich wurden keine Kündigungen ausgesprochen", betont Spiegelhauer: "Die Kplus-Gruppe versucht, die Mitarbeiter zu halten." In der Gynäkologie der Lukas-Klinik gehe der Betrieb weiter.

Mit der Schließung des Kreißsaals sind faktisch keine Geburten mehr in der Ohligser Klinik möglich. Werdende Mütter, die sich für eine Entbindung angemeldet hatten, sind informiert worden. Und die ersten haben sich schon im St. Josefs in Hilden umgeschaut, hat Spiegelhauer gehört: "Eltern schätzten nach eigenen Angaben die familiäre Atmosphäre in der Geburtshilfe der Lukas-Klinik. Im St.-Josefs-Krankenhaus Hilden ist das auch so."

Das bestätigt auch Stephanie Jacobs, die am 22. Dezember in Hilden ihren Sohn Niklas als 500. Baby im vergangenen Jahr zur Welt brachte: "Wir wurden hier super betreut und fühlen uns rundum wohl. Das komplette Team strahlt Umsicht und Ruhe aus. Das hat uns Sicherheit gegeben." "Wir unterstützen die natürlichen Geburtsvorgänge so gut wie möglich, stellen aber auch sämtliche Möglichkeiten der modernen Geburtsmedizin zur Verfügung", erklärt Krystian Kuboth, Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe. Bei schwierigen Fällen steht ein Kinderarzt des städtischen Klinikums Solingen zur Verfügung, mit dem das St. Josefs zusammenarbeitet.

In drei Kliniken der Kplus-Gruppe gibt es eine Geburtshilfe: St. Lukas Solingen, St. Josefs Hilden und St. Remigius Leverkusen-Opladen. Die Schließung der Abteilung in Ohligs scheint ausgemachte Sache zu sein, auch wenn das noch niemand bestätigen will. Von Solingen aus gesehen liegt für werdende Eltern die Geburtshilfe im Hildener Krankenhaus am nächsten.

Quelle: RP
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