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Hilden
Hildener Publikum feiert Schmickler

Hilden: Hildener Publikum feiert Schmickler
Zwei Paare aus Erkrath und aus Solingen waren sich mit Achim, Alex und Ute Höck (v.l.n.r.) einig: Wilfried Schmickler gehört mit zu den besten politischen Kabarettisten, die Deutschland zu bieten hat. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. In der nicht ausverkauften Stadthalle brillierte Wilfried Schmickler mit seiner satirisch haarscharfen Analyse über Themen, die die Welt braucht - oder auch nicht. Von Daniele Funke

Seit Anfang September tourt Wilfried Schmickler mit seinem aktuellen Programm "Das Letzte" durch die Republik. Wer geglaubt hat, er wäre auf den Zug all jener Kabarettisten, Komiker und Satiriker aufgesprungen, die den Wahlsieg Donald Trumps direkt für unzählige schlechte Kalauer oder doppeldeutigen Wortwitz ausschlachten, hat sich getäuscht. "Und, Schock schon überwunden?", fragt Kabarettist Schmickler zur Begrüßung das Publikum in der Hildener Stadthalle - das war´s dann vorerst zur US-Politik. Seine verbale Keule schwingt Schmickler am liebsten unmittelbar vor der eigenen Haustüre, da bleibt Politik und Kirche so wenig verschont wie "die singende Bettpfanne Karel Gott" oder "die kulinarische Identität des kleinen Mannes - "Köttbullar". Laut brüllend wie ein "Tollwutbürger" oder leise stichelnd - der 61-ährige Kölner gehört nicht umsonst zu den besten politischen Kabarettisten, die Deutschland zu bieten hat. "Schmickler ist einfach nur wortgewaltig, ich bin beeindruckt, wie man in kürzester Zeit so viel satirisch herüberbringen kann", schwärmt ein junger Mann, der mit seinen 28 Jahren den Altersdurchschnitt im Publikum enorm nach unten drückt. Ebenso wie der 22-jährige Solinger Alex Höck. "Ein absoluter Virtuose in seiner Sprache. Seine Gedankensprünge, mit denen er Themen verbindet, sind brillant." Seine Mutter ist ebenfalls begeistert. "Mir gefällt gut, dass Schmickler Anstand und Moral, bei dem was er sagt, immer im Auge behält. Er kritisiert und mahnt die Pegida-Anhänger in ihrer beleidigenden Haltung Merkel gegenüber, obwohl er ja selbst kein Freund von ihr ist."

Ein Erkrather, in Begleitung seiner Ehefrau und eines befreundeten Paares, zeigt sich ebenfalls beeindruckt: "Diese Direktheit zu politischen Themen, verpackt in absolut feinsinnigem Wortwitz, das ist politisches Kabarett auf höchstem Niveau." Eine Besucherin ist sich sicher: "Wenn jemand in der Liga überhaupt noch mitspielt, dann Volker Pispers oder Dieter Nuhr." Was ist Glück? Mit dieser Frage beschäftigt sich Wilfried Schmickler ausgiebig. Glück ist das Rubbellos in der unteren Gesellschaft, philosophiert er, aber was ist dann Pech? Schmickler beherrscht das gesamte Genre der Wortakrobatik, genießt viele Lacher, auch schlechte Kalauer, bewusst eingesetzt, erfreuen dass doch eher anspruchsvolle Publikum. "Pech ist, treu sein zu können, aber keinen Partner zu haben, dem man es beweisen kann." Einige musikalische Einlagen zeigen: Der Unterhaltungskünstler hat auch gesanglich was drauf, einen gewissen Swing in der Hüfte. Dann aber kehrt er doch noch einmal zurück zu Donald Trump. "Uns könnte sowas auch passieren. Nur, wer?", fragt der Kabarettist ins Publikum, "Wer sollte den Job des sexistischen Schmierlappens übernehmen??? Klaus Kinski ist tot und Jürgen Klopp hat ´n Vertrag in Liverpool."

Quelle: RP
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