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Hilden
Hildener wollen Wasser aus Talsperre

Hilden: Hildener wollen Wasser aus Talsperre
Idyll: Durch den Wald geht es entlang des Sengbachs vorbei an der Sengbachtalsperre zum Wasserwerk Glüder. Aus dieser Talsperre kommt zurzeit das Hildener Wasser. Hier im Bild: die Vorsperre des Sengbach. FOTO: Florian Rinke
Hilden. Zurzeit fließt Wasser aus der Sengbachtalsperre durch Hildener Leitungen. Viele Nutzer freuen sich darüber. Von Alexandra Rüttgen

Die Facebook-Gemeinde zeigt sich erfreut. "Juhu, kein Kalkwasser mehr...", postet Ali Oku. Frank Eberlein schreibt: "Beste Qualität, nicht so eine verkalkte Brühe wie bisher." Und Sabine Lenzen fragt: "Können wir das nicht immer bekommen?"

Grund für die Freude: Weil das Wasserwerk Baumberg wegen Reparaturarbeiten außer Betrieb genommen werden muss, beziehen die Stadtwerke Hilden seit Montag, 28. November, bis Freitag, 2. Dezember, ihr Trinkwasser vorübergehend vom Solinger Wasserwerk Glüder. Das wiederum holt sein Wasser aus der Solinger Sengbachtalsperre. Und mit sechs Grad deutscher Härte entspricht es dem Härtebereich "weich", während das Hildener Trinkwasser mit elf Grad deutscher Härte zum Bereich "mittel" gehört.

Weicheres Wasser hat viele Vorteile, diskutiert die Facebook-Gemeinde: "Der Tee schmeckt wieder", hat Sabine Lenzen festgestellt. Und Kristina Bazulic berichtet: "Wenn ich in Solingen geduscht habe, waren meine Haare total weich und füllig, ein riesiger Unterschied. Ich bin neidisch, möchte jeden Tag so gutes Wasser haben." Das sehen die Techniker der Stadtwerke anders. Hildener Leitungswasser besteht normalerweise bis zu 70 Prozent aus Brunnenwasser, also ebenfalls aus "natürlichem" Wasser. Doch Brunnenwasser sei kaum keimbelastet und muss daher auch nicht gechlort werden, heißt es aus der Unternehmenszentrale. "Unser Hildener Rohwasser aus Brunnenförderung ist schon durch natürliche Filter so rein, dass man es direkt trinken könnte", betont Stadtwerke-Sprecherin Sabine Müller.

Zwar sind das Hildener wie auch das Talsperrenwasser "einwandfreie Trinkwasser", führt Müller weiter aus. Doch sie lässt auch durchblicken, dass die Stadtwerke-Ingenieure "ihr" Wasser für die bessere Wahl halten, selbst wenn es härter ist: "Das Hildener Trinkwasser hat eine hervorragende Qualität mit ausgewogenen Inhaltsstoffen."

Talsperrenwasser sei hingegen "den Umwelteinflüssen direkt ausgeliefert" und müsse "grundsätzlich gechlort werden." Insofern hat Facebook-Nutzer Julien Fin also Recht: "Ich finde das Hildener Wasser ausgezeichnet, nicht so 'ne verchlorte Plörre wie in einigen Großstädten." Doch auch in der bergischen Großstadt Solingen ist man stolz auf "sein" Wasser: "Viele abgefüllte Edelwässer können dem Solinger Trinkwasser nicht das Wasser reichen", sagt Michael Esser, Leiter des Labors der Stadtwerke Solingen. Dass aber Talsperrenwasser als Oberflächenwasser gechlort werden muss, bestätigt Norbert Kellner, zuständig für den Bereich Wasseraufbereitung: "Es wird zum Schutz des Trinkwassers gegen eine mikrobiologische Verunreinigung mit einer geringen Menge Chlordioxid versetzt" - rein zur Vorbeugung.

Und so bleibt in Hilden alles beim Alten. Denn vor gar nicht allzu langer Zeit - im Jahr 2007 - wurde das Wasserwerk Baumberg grundlegend erneuert. Diese Investition muss sich die kommenden Jahre auszahlen: "Das Werk wird die Wasserversorgung für Hilden für die nächsten 20 Jahre sicher stellen", so Müller.

Aktuell gelten die Rechte zur Wasserentnahme für die Stadtwerke Hilden bis 2031. So lange also gibt es keine Möglichkeit auf eine Änderung der Bezugs-"Quelle" für das Hildener Trinkwasser. Doch weil die Hildener Stadtwerke einen Vertrag mit den Stadtwerken Solingen abgeschlossen haben, dem zufolge sich beide gegenseitig im Notfall mit Wasser versorgen, wird die Itterstadt auch künftig immer wieder mal Wasser aus der Sengbachtalsperre beziehen. "Und beide Wasser haben eine super Qualität", betont Norbert Kellner aus Solingen.

Quelle: RP
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